Politik : Sarkozy will in Algerien Milliardenverträge abschließen

Algier - Beim ersten Staatsbesuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Algerien sollen Verträge im Wert von etwa fünf Milliarden Dollar unterzeichnet werden. Der Staatskonzern Gaz de France wolle eine Milliarde US-Dollar in Algerien investieren, der Ölkonzern Total 1,5 Milliarden Dollar, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy der algerischen Nachrichtenagentur APS. Außerdem werde ein Programm zur Kooperation mittelständischer Unternehmen aufgelegt. Sarkozy reist in Begleitung von etwa 120 Chefs französischer Unternehmen. Algerien verfügt über bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Von einem ursprünglich geplanten Freundschaftsvertrag, in dem Frankreich zu Schandtaten während der Kolonialzeit und des Unabhängigkeitskriegs zwischen 1954 und 1962 Stellung nehmen könnte, war seit Sarkozys Amtsantritt nicht mehr die Rede. Der algerische Ministerpräsident Abdelaziz Belkhadem forderte Frankreich kürzlich noch einmal auf, sich für damals begangene Verbrechen zu entschuldigen.

Kurz vor Sarkozys Besuch in Algerien hatte ein algerischer Minister mit antisemitischen Äußerungen in Frankreich für Empörung gesorgt. Seinen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen verdanke Sarkozy Israel und „der jüdischen Lobby, die das Monopol über die französische Industrie hat“, hatte die Tageszeitung „Le Figaro“ den Minister für Kriegsveteranen, Mohammed Cherif Abbès, zitiert. Anschließend schaltete sich der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ein und tadelte seinen Minister öffentlich. dpa

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben