Satellitenüberwachung : Bundeswehr: Spionage mit Starthilfe

Die Bundeswehr wird einem Pressebericht zufolge in diesem Jahr zwei weitere Spionagesatelliten ins Weltall schicken. Russland muss dabei helfen, denn es fehlen geeignete Trägerraketen.

HannoverDas Kommando Strategische Aufklärung der Bundeswehr hat dem Verteidigungsministerium im Dezember gemeldet, dass die ersten Satelliten ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht haben, schreibt die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" laut einem Vorabbericht. Drei deutsche Radarsatelliten umkreisen bereits die Erde.

Weil die Bundeswehr über keine geeigneten Trägerraketen verfügt, schickt sie die 720 Kilogramm schweren Flugkörper mit russischer Hilfe auf die Reise, schrieb das Blatt. Aus etwa 500 Kilometern Höhe sollen sie bei Bedarf scharfe Bilder von jedem Winkel der Erde liefern - bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter. Bis Ende 2008 soll das Gesamtsystem betriebsbereit sein. Das SAR-Lupe genannte Satellitenbündel kann Truppenbewegungen metergenau erkennen, aber auch verdächtige Objekte per Zoom identifizieren.

Die Radarsatelliten werden 800 Kilometer nordöstlich von Moskau auf dem Startzentrum Plessezk von einer Kosmos-3-Rakete auf ihre Erdumlaufbahn gebracht, schrieb die Zeitung. In Gelsdorf bei Bonn betreibt das Kommando Strategische Aufklärung seine Bodenstation. Hier werden alle Radarbilder ausgewertet und streng geheim alle Aufträge für die Satelliten koordiniert. (smz/ddp)

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