Schäuble : Rassismus-Hintergrund noch nicht erwiesen

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat vor voreiligen Schlüssen im Fall des in Potsdam niedergeschlagenen und schwer verletzten Deutsch-Äthiopiers gewarnt. Man wisse bisher nur, dass ein Mensch Opfer einer Gewalttat geworden sei.

Berlin - "Wir wissen die Motive nicht, wir kennen die Täter nicht. Wir sollten ein wenig vorsichtig sein", sagte Schäuble am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. "Es werden auch blonde blauäugige Menschen Opfer von Gewalttaten, zum Teil sogar von Tätern, die möglicherweise nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Das ist auch nicht besser."

Niemand dürfe in Deutschland diskriminiert werden, weder Ausländer noch Deutsche. «Wir akzeptieren keine Gewalt und gehen mit aller Entschiedenheit dagegen vor», sagte Schäuble. Nur so könnten Toleranz und Friedfertigkeit bewahrt werden. Für Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Ostdeutschland machte Schäuble die Abschottung der Menschen in der früheren DDR verantwortlich. Es habe sich gezeigt, dass rechtsextreme Stimmungen dort am meisten gediehen, wo wenige Ausländer lebten. (tso/dpa)

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