Politik : Schäubles Sendung (Kommentar)

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Und er verhakt sich doch ... Wolfgang Schäuble, jahrelang Chef-Stratege der CDU, gerühmt wegen seiner analytischen Art, gefürchtet für beißende Kritik an denen, die sich unklug verhalten - nun verhält er sich selber so. Schwer getroffen von Helmut Kohls Machenschaften, von den Intrigen der Hintersassen, hat er sich im Fernsehen voller Abscheu geäußert. Dabei hätte er wissen müssen, wann das gesendet würde, nämlich viel später, als es aufgenommen wurde; er hätte sich denken können, dass alles Wochen später, anders aufgefasst werden würde. Nun versucht Schäuble schnell noch einzuordnen, auch zu beruhigen - in der "taz", was ein hintersinniges, ihm wieder angemessenes Signal ist: Kohl liest die "taz" nicht, aber Kohls Gegner tun es, und die aufgeklärten Konservativen in der Union. Aber so viele gibt es davon nun auch wieder nicht, dass Schäubles Vorhaben, in wenigen Tagen ins CDU-Präsidium gewählt zu werden, nicht ein wenig leiden würde. Natürlich wird er gewählt. Doch wird ihn das Ganze einige Stimmen kosten. So lautet die interne Kritik: Verletzt darf er sein, aber nicht demonstrativ nachtragend. Und nicht rechthaberisch. Was besser für ihn wäre? Gelassener zu werden. Und der Zukunft zugewandt.

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