Scharm el Scheich : Drahtzieher immer noch im Dunkeln

Auch vier Tage nach dem Bombenterror im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich gibt es immer noch keine Informationen über die Drahtzieher der Anschläge. Eine mögliche Verbindung zu Al Qaida konnte auch nicht hergestellt werden. (27.07.2005, 9:05 Uhr)

Scharm el Scheich/Kairo - Die Polizei konnte inzwischen einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter identifizieren. Bei dem Mann, der sein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einem Hotel gezündet hatte, handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen vom Dienstag um einen Ägypter namens Jussif Badran. Der Täter aus der Stadt Al-Arisch im Norden der Sinai-Halbinsel habe Kontakte zu militanten Islamisten gehabt, hieß es.

Durch die Bombenserie am Wochenende waren nach offiziellen Angaben mindestens 64 Menschen getötet worden, darunter nach Angaben der Provinzverwaltung des Süd-Sinai etwa 17 Ausländer. Zweifelsfrei identifiziert wurden von den Ausländern nach Angaben der Beamten und von Botschaftssprechern in Kairo bislang drei Türken, ein Tscheche, ein Brite und ein US-Bürger sowie zwei Italiener. Die Identifizierung der zum Teil stark verstümmelten Leichen ist aber noch nicht abgeschlossen. Mehrere Touristen werden immer noch vermisst. Die ägyptische Polizei soll bei ihrer Fahndung auf der Sinai-Halbinsel bereits mehr als 200 Verdächtige festgenommen haben, die meisten von ihnen Beduinen.

Nachdem am Montag Fahndungsfotos mehrerer Pakistaner veröffentlicht worden waren, erklärte die ägyptische Botschaft in Islamabad am Dienstag, die Pakistaner seien keine Tatverdächtigen. Am Dienstag tauchte auf einer Islamisten-Internetseite ein weiteres Bekennerschreiben zu den Bombenanschlägen auf. Bisher wurde von den ägyptischen Behörden keines der im Namen von Islamisten-Gruppen veröffentlichten Bekennerschreiben als authentisch eingestuft.

Mehr als 1000 Menschen schlossen sich am Dienstag einer Gruppe ägyptischer Schauspieler und Sänger an, die nach Scharm el Scheich gereist waren, um gegen den Terror zu protestieren. Die Kleinbusse und Taxis der Stadt trugen Aufkleber mit der Aufschrift "Nein zum Terrorismus". (tso)

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