Politik : Scharon trifft Arafats Vize

Ein Geheimtreffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und hohen palästinensischen Vertretern am vergangenen Mittwoch ist auf Initiative Scharons zustande gekommen. Das berichtete am Samstag der israelische Rundfunk. Er wies damit Behauptungen der Palästinenser zurück, die Geheimgespräche in Jerusalem seien auf ihren Wunsch erfolgt.

Beide Seiten hätten über die anhaltende Gewalt gesprochen, nicht aber über Lösungsmöglichkeiten des Konfliktes. Nach den Angaben des israelischen Rundfunks sprach Scharon drei Stunden lang mit dem Präsidenten des palästinensischen Parlaments, Ahmed Kurei, dem Stellvertreter von Palästinserführer Jassir Arafat, Machmud Abbas, sowie Arafats Wirtschaftsberater Mohammed Raschid. An dem Treffen habe auch der Sohn Scharons, Moshe Kaplinsky, ein enger militärischer Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, teilgenommen, berichtete der israelische Rundfunk.

Nach israelischen Angaben verlangten die palästinensischen Vertreter, dass Israel mit der Liquidierung von palästinensischen Extremisten und der Besetzung von Palästinensergebieten aufhöre. Außerdem müsse Arafat, der seit Anfang Dezember in Ramallah praktisch unter Hausarrest steht, seine Bewegungsfreiheit wiederbekommen. Scharon habe auf die Forderungen geantwortet, dass Israel seine Politik erst ändern werde, wenn Arafat energischer gegen Extremisten vorgehe und die Mörder des israelischen Tourismusministers Rechavam Seevi festnehmen lasse und ausliefere. Seevi war im Oktober erschossen worden.

Mit Kampfhubschraubern hat die israelische Armee am Samstag ein Hauptquartier der palästinenisischen Polizei im Gazastreifen angegriffen. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt. Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um eine Vergeltung für einen palästinensischen Angriff auf einen Armeeposten nahe der jüdischen Siedlung Kfar Darom. Zuvor war die israelische Armee mit Panzern in die Ortschaft Deir el Balach eingerückt. Dabei waren vier Palästinenser verletzt worden.

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