Politik : Scharping will Bundeswehr attraktiver machen

Die Bundeswehr soll nach den Worten von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) bei Besoldung und Aufstiegsmöglichkeiten deutlich attraktiver werden. Scharping sagte am Samstag nach einer Klausur zu Personalfragen in der Bundeswehr: "Wir werden im Jahr 2002 insgesamt 42000 Angehörige der Bundeswehr befördern können, darunter einige tausend außerhalb der Reihe."

Alle Kompaniechefs würden rückwirkend zum 1. Januar eine Besoldungsgruppe höher gestuft. "Das ist in die Personalkosten von Anfang an eingerechnet worden, so dass wir auf der finanziellen Seite damit keine Probleme haben."

Auch die neue Soldatenlaufbahn-Verordnung, die am 1. April 2002 in Kraft treten soll, werde die Beförderungssituation von Unteroffizieren verbessern, sagte Scharping. "Die Verordnung erlaubt, die Beförderung ohne Versetzungen auszusprechen - also die Beförderung gewissermaßen zum Mann oder zur Frau zu bringen, anstatt jemanden zu versetzen, damit er befördert werden kann. Auch das ist für das innere Gefüge der Streitkräfte von außerordentlich hoher und, wie ich denke, förderlicher Bedeutung."

Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass der Stau bei Beförderungen in diesem Jahr "sehr, sehr weitgehend" abgebaut werde. Das Angebot der Frühpensionierung treffe auf ungewöhnlich positive Resonanz. Er betonte, auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten etwa für die etwa 120000 Zeitsoldaten, die nach ihrem Dienst ins Zivilleben wechseln, würden weiter ausgebaut.

Derweil soll Bundeswehrsoldaten wegen weit verbreiteten Übergewichts nun von offizieller Stelle Beine gemacht werden: Ein Fitnessprogramm soll die Fettsucht vieler Soldaten bekämpfen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, wies Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat in einem vertraulichen Brief an alle höheren Truppenkommandeure auf die mangelnde körperliche Leistungsfähigkeit jedes zehnten Bundeswehr-Soldaten hin. "Nahezu zehn Prozent unserer Soldaten sind behandlungsbedürftig übergewichtig, das heißt bei ihnen besteht das Krankheitsbild einer Adipositas (Fettsucht)", zitiert das Blatt aus dem Schreiben.

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