Politik : Scherf muss noch nicht in den Ruhestand

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Bremen Bremens Bürgermeister Henning Scherf soll die SPD in die Bürgerschaftswahl 2007 führen und nicht schon 2005 in den Ruhestand treten. Darauf verständigte sich der 65-Jährige am Dienstagabend mit der SPD-Basis auf einer außerordentlichen Landesparteikonferenz. Nach der Bürgerschaftswahl soll eine SPD-Mitgliederbefragung klären, ob die seit 1995 regierende große Koalition in eine vierte Amtszeit gehen soll oder ob die SPD Koalitionsgespräche mit den Grünen aufnimmt. Nach Ansicht des SPD-Landesvorsitzenden Carsten Sieling sollte der Bürgermeister dann noch bis mindestens 2008 im Amt bleiben. Scherf selbst sagte nach der für alle Mitglieder offenen Parteikonferenz, er müsse in der kommenden Wahlperiode „einen guten Zeitpunkt“ für seinen Abgang finden.

Ursprünglich wollte Scherf schon in der vergangenen und dann in der laufenden Wahlperiode Platz machen. Während einer Segeltour im Nordpolarmeer erklärte er aber kürzlich in einem Radiointerview, dass er übers Weitermachen nachdenke. Nachdem diese überraschende Äußerung parteiinterne Kritik ausgelöst hatte, stellte er sich jetzt kurz nach dem Urlaub den rund 400 Teilnehmern der nichtöffentlichen Parteikonferenz. Dabei stieß er nach Angaben von Parteichef Sieling auf „breit getragene“ Zustimmung für ein Verbleiben im Amt, ohne dass förmlich darüber abgestimmt wurde. Mehrere Redner forderten allerdings, dass Scherf mehr sozialdemokratisches Profil zeigen müsse.

Anders als bei der vergangenen Bürgerschaftswahl will Scherf 2007 auf eine Koalitionsaussage zugunsten der CDU verzichten. Sielings Vorschlag, nach der Wahl die Mitglieder zu befragen, nannte der Bürgermeister eine „kluge Idee“. Er war 1995 als einstiger Rot-Grün-Anhänger durch eine Mitgliederbefragung dazu gebracht worden, eine große Koalition zu bilden, die seitdem ununterbrochen regiert. Eckhard Stengel

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