Politik : Schiedsrichtergesteht den Betrug

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Frankfurt am Main Der Fußball- Schiedsrichter Robert Hoyzer hat die Manipulation von Spielen zugegeben. Nach einem zweiten Gespräch mit seinem Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner erklärte Hoyzer am Donnerstag: „Die in der Öffentlichkeit erhobenen Anschuldigungen gegen mich sind im Kern zutreffend.“ Dem 25 Jahre alten Schiedsrichter wird vorgeworfen, an der Manipulation von Spielen im Pokal, der Zweiten Bundesliga und der Regionalliga beteiligt gewesen zu sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte deshalb Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft erstattet.

Hoyzer kündigte weitere Enthüllungen an. Es seien noch andere Personen aus dem Fußball verstrickt, sagte er in einem Interview. Sein Anwalt Holthoff-Pförtner bestätigte, dass es sich dabei auch um weitere Schiedsrichter und Spieler handeln könnte. Hoyzer, der einräumte, von der Manipulation mit einem fünfstelligen Betrag profitiert zu haben, bedauerte sein Verhalten und bot sich als Zeuge an. „Ich habe vollständig und schonungslos mein Verhalten und mein umfangreiches Wissen über alle mir in diesem Zusammenhang bekannten Sachverhalte und Personen dokumentiert und stehe der Staatsanwaltschaft und dem DFB zur vollumfänglichen Aufklärung zur Verfügung“, erklärte der Schiedsrichter.

Der Kontrollausschuss des DFB vernahm weitere 14 Zeugen aus dem Kreis der Schiedsrichter und Assistenten zu den Manipulationen. „Der Fall stellt sich für uns immer noch als Einzelfall dar“, sagte Kontrollausschuss-Chef Horst Hilpert. Der organisierte Fußball fürchtet nun um seinen Ruf. Volker Roth, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses, sagte: „Wir wissen, dass das Vertrauen in die Schiedsrichterzunft über Jahre hinweg gestört sein wird.“ Tsp

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