Schifffahrt : Dramatischer Anstieg der Piraten-Attacken vor Somalia

Immer öfter schlagen Seeräuber vor den Küsten Somalias zu. Die Angriffe bedrohen zunehmend die wichtigsten Schifffahrtsstraßen zwischen Europa und Asien. Experten fordern, die Mutterschiffe der modernen Freibeuter zu verfolgen.

Kuala Lumpur/MogadischuDie Zahl der Piraten-Attacken auf den Weltmeeren hat in den vergangenen drei Monaten dramatisch zugenommen, vor allem vor den Küsten Somalias. Zwischen Juli und September wurden 83 Überfälle gemeldet, nach 63 im ersten und 53 im zweiten Quartal 2008. Das teilte das Schifffahrtsbüro der Internationalen Handelskammern (IMB) am Donnerstag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur mit.

In fast einem Drittel der insgesamt 199 registrierten Fälle schlugen Piraten vor der somalischen Küste zu, gefolgt von 24 Überfällen vor Nigeria und 23 in den Gewässern um Indonesien. "Die Piraten vor Somalia gehen davon aus, dass sie ungestraft davon kommen", sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan in Kuala Lumpur, wo das Büro eine Meldestelle für Piratenüberfalle unterhält. Die Attacken bedrohten zunehmend die wichtigsten Schifffahrtsstraßen zwischen Asien und Europa. Nach den Worten Mukundans müssten die internationalen Behörden künftig versuchen, die Mutterschiffe der Piraten zu verfolgen. Ihre Standorte seien bekannt.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden den Angaben zufolge weltweit 581 Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen - davon allein 537 vor Somalia. Sieben Seeleute gelten als vermisst. Sie wurden vermutlich ermordet, teilte das IMB-Büro mit. Ende September waren noch ein Dutzend Schiffe in den Händen von Piraten. (bai/dpa)

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