Politik : Schill kostet Stimmen

NAME

Berlin (hmt/dpa). Das Antreten der Schill- Partei bei der Bundestagswahl kann die Union nach Einschätzung von Meinungsforschern wichtige Stimmen kosten. Die Demoskopen bezweifeln aber, dass es der „Partei Rechtsstaatliche Offensive“ bis zum 22. September noch gelingen kann, von Wählern als Alternative wahrgenommen zu werden. Schills Partei trete viel zu spät an und habe deshalb „sicherlich keine Chance, an die fünf Prozent heranzukommen“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem Tagesspiegel. Bei einem Ergebnis zwischen zwei und drei Prozent aber werde Schills Partei doppelt so viel Stimmen aus dem Unionslager wie aus dem Lager der SPD holen.

Auch Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner rechnet damit, dass Schill der Union rund drei Prozent Stimmen wegnehmen kann. „Dann könnte es für die mögliche Regierungsmehrheit von CDU/CSU ungemütlich werden“, sagte er der „Welt“.

Dagegen sagte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen, es sei nicht zwingend, dass Schill Unionswähler binde. Wahrscheinlicher sei, dass die Schill-Stimmen „aus dem großem Topf der Unzufriedenen“ geholt würden. Die CDU selbst sieht in der neuen Konkurrenz keine Gefahr für Kanzlerkandidat Edmund Stoiber. Er gehe nicht davon aus, dass es bei der Wahl auf wenige Tausend Stimmen ankomme, sagte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer der „Frankfurter Rundschau“.

Gegen den Willen des Parteigründers hatten die Parteimitglieder am Wochenende beschlossen, an der Bundestagswahl teilzunehmen. Parteienforscher weisen darauf hin, dass neben organisatorischen Problemen auch inhaltliche Defizite einen Erfolg erschweren. „Mit dem Thema innere Sicherheit, das Schill erfolgreich in Hamburg besetzt hat, lässt sich kein Wahlkampf für den Bundestag führen“, sagte der Politologe Joachim Raschke. Für den Fall, dass Schills Partei am 22. September als Splittergruppe abschneidet, habe sie bundesweit „dann nie mehr eine Chance“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben