Politik : Schiri Hoyzer muss ins Gefängnis

Sven Goldmann

Leipzig - Der frühere Fußballschiedsrichter Robert Hoyzer ist mit seinem Revisionsantrag gescheitert und muss eine Haftstrafe verbüßen. Der Bundesgerichtshof in Leipzig bestätigte alle Urteile des Landgerichts Berlin im sogenannten Wettskandal um manipulierte Fußballspiele. Hoyzer erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten, der Drahtzieher Ante Sapina zwei Jahre und elf Monate. Die anderen Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Am ersten Tag der Revisionsverhandlung am 28. November hatte Bundesanwalt Hartmut Schneider einen Freispruch gefordert. Mit dem Ausgang des Verfahrens zeigte sich der Deutsche Fußball- Bund sehr zufrieden. Sein Präsident Theo Zwanziger sagte: „Dieses Urteil macht deutlich, dass Manipulation im Fußball kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar ist. Es hat daher für das Ansehen des deutschen Fußballs eine positive Bedeutung.“ Die Richter machten deutlich, dass es Betrug ist, wenn auf Spiele gewettet wird, die man selbst hat manipulieren lassen.

Robert Hoyzer hatte an der Verhandlung in Leipzig nicht teilgenommen. Sein Rechtsanwalt Thomas Hermes sagte dem Tagesspiegel: „Für unseren Mandanten ist das schon kurios: Die Berliner Staatsanwaltschaft plädierte auf eine Bewährungsstrafe, die Bundesanwaltschaft auf Freispruch, aber die jeweiligen Gerichte verurteilen ihn zu einer Haftstrafe.“ Sein Mandant werde die Haftstrafe wohl zum Jahresbeginn antreten, aber nach einer Übergangsphase in den offenen Vollzug kommen.

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