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Schlacht um Aleppo : US-Verteidigungsminister Panetta sagt Ende des Assad-Regimes voraus

Der US-Verteidigungsminister warnt das Assad-Regime: Der Sturm auf Aleppo werde das Ende der syrischen Regierung einläuten. Die westlichen und arabischen Staaten befürchten eine humanitäre Katastrophe in der Wirtschaftsmetropole.

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US-Verteidigungsminister Panetta warnt das Assad-Regime.
US-Verteidigungsminister Panetta warnt das Assad-Regime.Foto: AFP

Der Sturm der syrischen Regierungstruppen auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo ist nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Leon Panetta der „Sargnagel“ für Staatschef Baschar al-Assad. Aleppo sei ein neues „tragisches Beispiel“ für die „blinde Gewalt“, die Assads Regierung gegen das eigene Volk richte, sagte Panetta am Sonntag an Bord einer Militärmaschine mit Ziel Tunesien.

Die Frage sei nicht mehr, ob Assad stürze, sondern wann, sagte Panetta weiter. Die USA und die internationale Gemeinschaft übten diplomatischen und
wirtschaftlichen Druck aus, um die Gewalt zu beenden, Assad zum Rücktritt zu zwingen und den Übergang zu einer demokratischen Regierungsform zu ermöglichen.

Besonderes Augenmerk liege auf der Sicherheit der syrischen Lager mit chemischen und biologischen Waffen, sagte der Verteidigungsminister. Dabei arbeite Washington „eng mit den Ländern der Region“ zusammen. Panetta wollte nach dem Besuch in Tunesien nach Ägypten, Israel und Jordanien weiterreisen.

Vor den Kämpfen in der nordsyrischen Stadt Aleppo flohen nach Schätzungen der Vereinten Nationen innerhalb von 48 Stunden 200.000 Menschen. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte am Sonntag in New York freien Zugang nach Aleppo für Hilfsorganisationen. Durch die Offensive der regulären Truppen von Präsident Baschar al-Assad seien in der Wirtschaftsmetropole Aleppo zahlreiche Hilfsbedürftige eingeschlossen, erklärte Amos in New York. Die Hilfsorganisationen müssten die Möglichkeit erhalten, den Bedürftigen Nahrung, Wasser und Decken zur Verfügung zu stellen.

Video: Massenflucht in Syrien

Amos forderte alle kämpfenden Parteien auf, „Zivilisten nicht als Zielscheiben“ auszuwählen. Es sei „sehr schwierig“ für die Hilfsorganisationen, zu den Flüchtlingen vorzudringen, die sich aus Aleppo, Hama und anderen umkämpften Gebieten in Sicherheit zu bringen suchten.

Auch Papst Benedikt XVI. sprach am Sonntag von tragischer Gewalt und beschwor die internationale Gemeinschaft, nichts unversucht zu lassen, eine politische Lösung zu erreichen. Seit dem Wochenende tobt die Schlacht um Aleppo. Es gebe „viele Opfer“ unter der Zivilbevölkerung, vor allem wegen der Luftangriffe, erklärte am Sonntag ein Rebellenkommandant gegenüber einem AFP-Reporter und forderte das westliche Militär auf, eine Flugverbotszone zu errichten.

Bildergalerie: Tage der Entscheidung in Syrien

Tage der Entscheidung in Syrien
Der Algerier Lakhdar Brahimi steht vor einer Aufgabe, an der zuvor schon Kofi Annan gescheitert war: Er soll im Auftrag der UNO zwischen den syrischen Aufständischen und dem Assad-Regime vermitteln.Weitere Bilder anzeigen
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17.08.2012 18:21Der Algerier Lakhdar Brahimi steht vor einer Aufgabe, an der zuvor schon Kofi Annan gescheitert war: Er soll im Auftrag der UNO...

Ununterbrochen beschossen die Truppen des Regimes nach Angaben von Menschenrechtlern die südwestlichen Bezirke Salah al Din, Hamdaniya und Saif al Dawla mit Artillerie. Auch im nordwestlichen Bezirk Skahur waren schwere Explosionen zu hören, während sich die Soldaten in den Straßen nach erbitterten Gefechten mit den Rebellen am Sonntag für einige Stunden zurückzogen. Videos zeigen wilde Schusswechsel, getötete Soldaten in den Vierteln sowie Aufständische, die auf angreifende Hubschrauber feuern. Inzwischen haben die Kämpfe offenbar auch das historische Stadtzentrum erfasst, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. In Panik flüchten sich immer mehr Bewohner in Schulen, Moscheen oder öffentliche Parks.

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