Politik : Schlag für Clintons – Kennedys für Obama

Washington - Ihr prominenter Senatskollege Edward „Ted“ Kennedy hat Hillary Clinton in ihrem Kampf um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur einen empfindlichen Dämpfer beschert: Er unterstützt ihren Rivalen Barack Obama als Spitzenkandidaten. Wie US-Medien am Montag berichteten, wollte sich Kennedy, der Bruder des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy und „Ikone“ der Liberalen, auf einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung mit Obama in Washington für den schwarzen Senator starkmachen.

Ebenfalls am Sonntag hatte sich John F. Kennedys Tochter Caroline – Edward Kennedys Nichte – öffentlich für Obama eingesetzt. In einem Artikel in der „New York Times“ verglich sie ihn mit ihrem Vater. „Im Laufe der Jahre haben mich Menschen tief bewegt, die mir gesagt haben, sie wünschten sich, dass sie sich so inspiriert und hoffnungsvoll hinsichtlich Amerika fühlen könnten wie die Menschen damals, als mein Vater Präsident war“, schrieb sie. Dieses Bedürfnis sei heute sogar noch ausgeprägter. Das Land benötige eine Änderung „in der Führung dieses Landes, genau wie wir sie 1960 gebraucht haben“, sagte sie mit Bezug auf die Wahl ihres Vaters zum Präsidenten.

Hillary Clinton und ihr Mann Bill, der intensiv Wahlkampf für seine Frau betreibt, hatten Edward Kennedy offenbar ersucht, zumindest neutral zu bleiben. Ihn hat aber den Berichten zufolge der aggressive Wahlkampfstil der Clintons, insbesondere der des Ex-Präsidenten, zunehmend erzürnt. Vor allem habe es Kennedy aufgebracht, dass die Clintons und ihre Wahlhelfer vor der Vorwahl in South Carolina in der vergangenen Woche die Rassenfrage in den Vordergrund spielten.

Der „New York Times“ zufolge hatte Kennedy mehrere Male persönlich versucht, die Clintons zur Zurückhaltung zu bewegen. So habe es einen sehr „hitzigen“ Telefonanruf gegeben. Danach sei Kennedys Entscheidung gefallen, sich öffentlich auf Obamas Seite zu stellen. Am Sonntag habe er die Clintons offiziell darüber informiert. Edward Kennedy will Obama nun auf Wahlkampfreisen begleiten, um seine Position vor dem „Super-Tuesday“, dem kommenden Dienstag, zu stärken, an dem Vorwahlen in 22 Staaten stattfinden. dpa

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