Politik : Schlag gegen Islamisten

Planten Terroristen Attentat in Frankreichs Hauptstadt?

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Paris/Madrid (dpa). Mit der Festnahme vier weiterer mutmaßlicher Islamisten bei Paris hat die französische Polizei möglicherweise erneut ein Attentat verhindert. Die vier Männer, die am Dienstag in Romainville bei Paris gefasst worden sind, hätten wahrscheinlich einen oder mehrere Anschläge auf französischem Boden vorbereitet, berichtete der Rundfunksender Europe 1 am Freitag. Der Sender berief sich auf Beamte des französischen Innenministeriums. Die vier Männer hätten möglicherweise zu einem „tschetschenischen Netzwerk“ gehört, hieß es nach Angaben der Polizei. In der Wohnung der Verdächtigen wurden Elektronik und ein Handy sichergestellt, das als Fernzünder hätte eingesetzt werden können.

Die Festgenommenen sollen nach Erkenntnissen der Ermittler Verbindungen zu einer anderen mutmaßlichen Islamistengruppe unterhalten haben, die möglicherweise einen Bombenanschlag in Paris geplant hatte. Die Polizei hatte diese drei Männer und eine Frau am 16. Dezember bei Paris festgenommen.

Die vier am Dienstag festgenommenen Männer stammen nach ersten Erkenntnissen aus Algerien. Einer von ihnen soll der Bruder des französischen Staatsbürgers Mourad Ben Chelali sein, der zusammen mit Mitgliedern der afghanischen Taliban und des AlQaida-Terrornetzwerkes auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba gefangen gehalten wird.

Nach den ersten Festnahmen Mitte Dezember war vor Weihnachten in Perpignan in Südfrankreich ein weiterer mutmaßlicher Islamist in Polizeigewahrsam genommen worden. Die Ermittlungen der Anti-Terror- Einheiten stehen im Zusammenhang mit der 2001 aufgelösten so genannten „Frankfurter Gruppe“, die im Verdacht steht, damals einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt und das Münster in Straßburg vorbereitet zu haben. Im Zuge erhöhter Sicherheit sind in Paris über die Festtage 5500 Polizisten und Soldaten im Einsatz.

Die spanische Polizei nahm unterdessen nahe Logrono im Norden des Landes einen mutmaßlichen algerischen Terroristen mit Verbindungen zum Al-Qaida-Netzwerk fest. Der als Bombenexperte geltende Abdelkarim Hammad alias „Abdelnasser“ sei wegen mehrerer Morde in seinem Land seit längerem mit internationalem Haftbefehl gesucht worden, teilten die Behörden am Freitag in Madrid mit. Der Mann habe der Terrororganisation GIA angehört und sei in den Trainingslagern Bin Ladens in Afghanistan ausgebildet worden. An der Seite der Islamisten habe er in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan gekämpft.

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