Politik : Schlag gegen Schleuser

Verdächtiger holte Kämpfer in den Irak / Krisentreffen in Kirkuk

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Bagda d/Kirku k/New York (AFP). Die USArmee hat im Westen Iraks einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen, der ausländische Kämpfer in das Land gebracht haben soll. Abu Mohammed habe die Kämpfer und große Geldsummen über die syrische Grenze eingeschleust, erklärte am Freitag das US-Militär. Soldaten hätten ihn am Vortag in der Stadt Rutbah 375 Kilometer westlich von Bagdad in der Provinz Al Anbar festgenommen. Bei einer Razzia in der Region von Baakuba 60 Kilometer nördlich von Bagdad nahmen US-Soldaten zehn gesuchte mutmaßliche Islamisten fest.

Nach dem Tod von fünf bulgarischen Soldaten im südirakischen Kerbela haben rund 30 ihrer Kollegen sich geweigert, den Dienst im Irak anzutreten. Zwischen 25 und 30 Soldaten hätten den Dienst verweigert, vermutlich unter dem Druck ihrer Familie, sagte der bulgarische Generalstabschef laut staatlichem Rundfunk. Die Soldaten seien Teil eines 500 Mann starken Bataillons, das die 480 derzeit in Irak stationierten Soldaten bis Mitte Februar ersetzen soll.

Nach den Unruhen im nordirakischen Kirkuk haben die zerstrittenen Volksgruppen ein Krisentreffen abgehalten. Repräsentanten von arabischen Sunniten, Kurden und Turkmenen seien am Donnerstagabend mit Angehörigen der Koalitionstruppen zusammengetroffen, sagte ein Kurdenvertreter. Mitglieder der kurdischen Volksgruppe hätten Anhänger von Saddam Hussein und turkmenische Extremisten für die Gewälttätigkeiten verantwortlich gemacht. Die irakische Polizei tötete nach eigenen Angaben einen sunnitischen Araber, der Kurden angreifen wollte. Zwei weitere Sunniten seien bei dem Einsatz am Donnerstagabend verletzt worden. Bei den Unruhen in Kirkuk waren zuvor mehrere Menschen getötet worden.

Beim Absturz eines US-Militärhubschraubers wurden am Freitag ein Soldat getötet und ein weiterer verletzt. Wie ein US-Militärsprecher mitteilte, war der Hubschrauber nahe der Widerstandshochburg Falludscha abgeschossen worden. Im Oktober und November hatten Widerstandskämpfer nördlich und westlich von Bagdad drei US-Militärhubschrauber abgeschossen; dabei waren 22 US-Soldaten getötet worden.

Die UN haben 2,6 Milliarden Dollar an den von den US-Besatzungsmächten geführten Wiederaufbaufonds überwiesen, teilte ein UN-Vertreter in New York mit. Der Fonds ist aus dem im November beendeten „Öl für Lebensmittel“-Programm hervorgegangen. Die Milliardenüberweisung an den Fonds war die vierte und bislang größte.

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