Politik : Schleswig-holsteinischer CDU-Landesvorsitzende starb nach langer Kranheit

Carsten Germis

Im Alter von 62 Jahren ist am Dienstag nach langem Krebsleiden der ehemalige schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzende Ottfried Hennig in Bonn gestorben. Hennig hatte bis Juli diesen Jahres als Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung gearbeitet. Auf dem kommenden Landesparteitag der CDU Schleswig-Holstein am 13. November in Husum sollte Hennig zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden.

Hennig hat sich in den 80er Jahren als deutschlandpolitischer Experte der CDU / CSU-Bundestagsfraktion einen Namen gemacht. Von 1982 bis 1991 war er Parlamentarischer Staatssekretär im damaligen Ministerium für innerdeutsche Beziehungen. Der 1937 in Königsberg in Ostpreußen geborene Hennig bewahrte durch sein Engagement in der Landsmannschaft Ostpreußen stets den Bezug zu seiner Heimat. In der schleswig-holsteinischen Landespolitik engagierte er sich ab 1989 in Folge der Barschel-Affäre. Damals war er von den früheren Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel und Helmut Lemke als Nachfolger Gerhard Stoltenbergs auf den Schild gehoben worden. Der landesfremde "Bonner Import" stieß bei der Parteibasis aber auf Widerstand. Dass er sich im zweiten Wahlgang dennoch gegen Peter-Kurt Würzbach als neuer CDU-Landeschef durchsetzte, schrieben Beobachter vor allem seiner Kandidatenrede zu.

Hennig führte die CDU in Schleswig-Holstein bis 1997. Zweimal trat er bei Landtagswahlen an. 1992 scheiterte er an Björn Engholm, 1996 unterlag er knapp Heide Simonis, die eine rot-grüne Koalition in Kiel installierte. Hennigs Verdienst in dieser Zeit war, dass die von der Barschel-Affäre gezeichnete Union sich wieder stabilisieren konnte.

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