Politik : Schlupflöcher für besonders Findige

Setzt sich Finanzminister Hans Eichel durch, werden die Abschreibungsmöglichkeiten bei Schiffs- und Flugzeugfonds künftig drastisch reduziert. Damit will Eichel den Wildwuchs von Verlustzuweisungen eindämmen, mit denen Steuerpflichtige bislang ihre Zahlungen an den Fiskus reduzieren konnten. Besonders Findige brachten es auf diesem Wege auf eine Steuerschuld von Null. Grundsätzlich lohnen sich Steuersparmodelle allerdings erst ab einem Monatseinkommen von über 10 000 Mark. Mit etwas Geschick können Steuerzahler mit einem entsprechenden Einkommen trotz Eichels Plänen weiterhin ihre Steuerlast auf legale Weise verkleinern. Dank einer Ausnahmeregelung ist dies noch nach altem Recht möglich. Vorausgesetzt, Immobilien, Schiffe, Flugzeuge und Filmbeteiligungen wurden vor dem 5. März 1999 angeschafft oder hergestellt. Um die Anfangsverluste aus einer Beteiligung direkt mit steuerpflichtigen Einkünften zu verrechnen, können sich Anleger bis zum 31. Dezember 2000 auch noch an geschlossenen Immobilienfonds oder Filmfonds, so genannten Konservierungsmodellen, beteiligen. Bei Schiffen oder Flugzeugen will der Finanzminister aber durchgreifen: Werden die Verluste im Ausland eingefahren, dürfen sie - vom Veranlagungszeitraum 2000 an - nicht mehr mit Einkünften im Inland verrechnet werden. Modelle, die nach dem 5. März aufgelegt wurden, bringen nur dann Steuervorteile, wenn - etwa bei einer Unternehmensbeteiligung - der wirtschaftliche Ertrag im Vordergrund steht und nicht der steuerliche Vorteil. Bei Verlustzuweisungsgesellschaften dürfen Verluste nicht mehr mit anderen Einkünften ausgeglichen werden. Und: Verluste müssen innerhalb der gleichen Einkunftsart entstehen. 100 000 Mark können steuermindernd verrechnet werden, wenn die Verluste aus unterschiedlichen Quellen stammen. Beträge darüber werden nur zur Hälfte anerkannt.

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