Politik : Schmidt: Pflegereform wird teuer

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Berlin - Bei der Reform der Pflegeversicherung fallen nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erhebliche Kosten an. Auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin sagte Schmidt, langfristig würden 500 000 zusätzliche Pflegekräfte gebraucht. Pauschale Zusatzbeiträge, wie die Union sie fordert, lehnte sie jedoch ab. Zusätzliche Beiträge könnten nur einkommensabhängig erhoben werden. Auch der Präsident des evangelischen Diakonischen Werks, Klaus- Dieter Kottnik, sagte am Freitag, es werde „nicht ohne Erhöhung der Beiträge“ zur Pflegeversicherung gehen. Mit der Ministerin sei er sich da einig. Man gehe von 1,5 Prozentpunkten mehr aus.

Verbraucher können sich ab Montag an eine bundesweite telefonische Pflegeberatung wenden. Experten der Verbraucherzentralen berieten dort zu Patientenverfügungen, Heimverträgen und alternativen Wohnformen, sagte Edda Müller, Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Zudem wolle man jetzt verstärkt gegen ambulante Pflegedienste vorgehen, die rechtswidrige Verträge verwenden. Erste Mahnungen würden demnächst verschickt.hej/ade

Die Hotline ist montags und mittwochs von 10–13 Uhr, donnerstags von 14–18 Uhr besetzt. Informationen zu Patienverfügungen unter 01803-7705001, Beratung zu Heim- und Pflegedienstverträgen unter 01803-7705002, Fragen zu alternativen Wohnformen unter 01803/7705003. Ein Anruf kostet neun Cent pro Minute.

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