Politik : Schmidt wünscht sich besser informierte Patienten

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Berlin - Zur Information über Krankheiten, Therapien und Arzneimittel nutzen viele Bürger das Internet – von A wie Allergie über K wie Kopfschmerz bis Z wie Zähne. Nun kommt ein neues Angebot hinzu, das offiziellen Segen hat. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) verbinden größte Hoffnungen mit der neuen Website, die am Dienstag vorgestellt wurde. Was aber bringt die Homepage Neues? „Wir vertreten keine Interessengruppe und haben nichts zu verkaufen“, sagt Institutsleiter Peter T. Sawicki.

Viele Informationen über Arzneimittel und Therapien für Ärzte und Patienten kommen heute von Pharmafirmen und Fachgesellschaften. Oft verbindet sich Knowhow mit Geschäftsinteressen. Die IQWIG-Mitarbeiter bereiten nach Sawickis Angaben die wissenschaftlichen Belege internationaler Studien auf, und das in verständlicher Sprache. „Die Informationen sind wissenschaftlich geprüft“, lobt Rainer Hess, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschuss von Krankenkassen und Kassenärzten.

Gesundheitsministerin Schmidt sagt: „In Deutschland sind die Patienten überwiegend uninformiert. Beim Autohändler und beim Kauf von Waschmaschinen lässt man sich über alles beraten. Aber die meisten gehen ins nächstgelegene Krankenhaus, ohne zu fragen: Ist es da gut?“ Vor allem Männer nähmen in diesem im äußersten Fall lebensentscheidenden Bereich die Dinge selten selbst in die Hand.

Doch nimmt der Anteil älterer und somit krankheitsanfälliger Menschen zu – ebenso wächst der medizinische Fortschritt, die Auswahlmöglichkeiten werden größer. „Der informierte Patient wird zum wichtigen Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen“, sagt Schmidt. Dahinter steckt die Überzeugung, dass gerade informierte Patienten nicht immer nach den neuesten Pillen und den teuersten Verfahren rufen – sondern nach dem tatsächlichen Nutzen. Insofern geht es der Regierung bei der Patienteninformation auch um mögliche Einsparungen im Gesundheitswesen. dpa

www.gesundheitsinformation.de

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