Politik : Schröder: Künftig ein Arbeitsvermittler auf 75 Erwerbslose

„Bundesagentur auf gutem Weg“ Wenig Erfolg mit Gutscheinen

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Berlin/Heilbronn (ddp). Die Zahl der Vermittler bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) soll nach dem Willen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) deutlich steigen. Ziel müsse innerhalb von zwei Jahren ein Verhältnis von einem Vermittler für 75 Arbeitssuchende sein, sagte Schröder am Donnerstag beim Besuch der bundesweit ersten Arbeitsagentur neuen Zuschnitts in Heilbronn. Derzeit betrage das Verhältnis noch eins zu 800, in Heilbronn eins zu 380.

Schröder verteidigte den Umbau der BA als alternativlos. Die Bundesagentur sei jetzt auf einem „gutem Weg“. Ihr Ziel müsse sein, ihre „Kunden“ so schnell wie möglich „wieder loszuwerden“. Schröder zeigte sich überzeugt, dass die Bundesagentur mit ihrem neuen Vorstandschef FrankJürgen Weise diese Arbeit „zügig, effizient, aber auch mitarbeiterorientiert“ leisten werde. Zugleich verteidigte der Bundeskanzler die höheren Anforderungen an Arbeitssuchende. Sie müssten zumutbare Arbeit akzeptieren. Kritik äußerte Schröder daran, dass viele Unternehmen in Deutschland auf die Arbeitskraft und Erfahrungen älterer Arbeitsloser verzichten.

Die Vermittlungsgutscheine der Arbeitsämter sind offensichtlich wenig erfolgreich. Zwischen April 2002 und Ende 2003 sind 689 366 Gutscheine ausgegeben worden. Davon wurden nur 48 359 und damit weniger als zehn Prozent tatsächlich eingelöst. Das geht nach Angaben des Bundestag aus einem Bericht der Bundesregierung hervor. Die Bundesregierung begründet die geringe Zahl damit, dass wegen der Befristung auf drei Monate mehrere Scheine für dieselbe Person ausgegeben werden. Dies gelte für die Fälle, in denen die Beschäftigungssuche länger dauert. Zum anderen beauftragten letztlich nicht alle Arbeitslosen private Arbeitsvermittler. Nach verhaltenem Beginn sei die Zahl der monatlich eingelösten Gutscheine aber gestiegen und habe im September vergangenen Jahres den Spitzenwert von 3844 erreicht.

Der Vermittlungsgutschein war vor zwei Jahren als bis Ende 2004 befristetes Förderinstrument eingeführt worden. Die Kosten trägt die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosen haben die Möglichkeit, private Arbeitsvermittler einzuschalten. Jeder, der Anspruch auf Arbeitslosengeld oder -hilfe hat, kann einen Gutschein erhalten.

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