Politik : Schröder liegt wieder vor Merkel

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Für den aktuellen Deutschlandtrend im Auftrag von ARD/„Tagesthemen“ und Tagesspiegel befragte Infratest dimap vom 28. bis 29. Juni 1000 Wahlberechtigte.

Das neue Linksbündnis legt in der Wählergunst weiter zu: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten PDS und WASG gemeinsam mit zehn Prozent der Stimmen rechnen. In der Vorwoche waren es noch neun Prozent. Besonders großen Zuspruch erhält das Linksbündnis in Ostdeutschland, bei Arbeitern und Arbeitslosen. Die Union verliert in der vierten Woche in Folge einen Punkt und kommt noch auf 44 Prozent. Die SPD bleibt unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen erreichen acht (minus einen Punkt) und die FDP erhält unverändert sieben Prozent. Damit hätte eine Koalition aus Union und FDP zwar weiterhin eine Mehrheit im Bundestag, allerdings sank diese Mehrheit binnen vier Wochen von 55 auf 51 Prozent.

Im direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten liegt Amtsinhaber Gerhard Schröder nun erstmals seit Wochen wieder deutlich vor seiner Unions-Herausforderin Angela Merkel: Würde der Bundeskanzler direkt gewählt, käme Schröder auf 40 Prozent, für Merkel waren nur 36 Prozent – vor vier Wochen hatte es noch 38 zu 46 für die CDU-Chefin gestanden.

Auffällig ist die Überschneidung des Wählerpotenzials der neuen Linkspartei mit dem rechtsextremer Parteien. Neun Prozent der Befragten gaben an, unter Umständen eine rechtsextremistische Partei wählen zu wollen. Die Hälfte dieser Gruppe könnte sich aber auch vorstellen, einem Linksbündnis die Stimme zu geben. Das gesamte Potenzial ist demnach weitaus größer als das für rechtsextremistische Parteien. Laut Umfrage wollen 26 Prozent im Herbst „sicher“ oder „vielleicht“ PDS/WASG wählen.

Den Meinungsforschern zufolge herrscht in Deutschland weiterhin der klare Wunsch nach einem Regierungswechsel. 61 Prozent wünschen sich demnach bei der vorgezogenen Bundestagswahl eine neue Koalition, 27 Prozent sind dafür, dass Rot-Grün weiterregiert. Allerdings ist die Wechselstimmung etwas abgeflaut: Vor vier Wochen wünschten noch 72 Prozent einen Wechsel, und 22 Prozent waren für ein Weiterregieren von SPD und Grünen. Tsp

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