Politik : Schröder vs. Merkel: 4. September, 90 Minuten

ARD, ZDF, RTL und Sat 1 übertragen TV-Duell live Vier Moderatoren und bis zu zehn Themenblöcke

Sebastian Bickerich,Joachim Huber

Berlin - Vor der voraussichtlichen Bundestagswahl am 18. September wird es nur ein Fernsehduell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel geben. Damit setzten sich die Unterhändler Merkels bei einem Treffen öffentlich- rechtlicher und privater Fernsehsender mit Vertretern von Union und SPD durch. Die Union hatte wiederholt darauf bestanden, „aus Termingründen“ nur ein TV-Duell auszurichten.

Merkel und Schröder sollen sich am 4. September um 20 Uhr 30 duellieren. Die TV-Auseinandersetzung wird 90 Minuten dauern und von den Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat 1 live übertragen werden. Die Moderatoren Sabine Christiansen (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Thomas Kausch (Sat 1) werden die Sendung im Fernsehstudio Berlin-Adlershof leiten.

SPD-Unterhändler Kajo Wasserhövel sagte dem Tagesspiegel, aus seiner Sicht wären zwei Duelle besser gewesen. Das „seltsame Schauspiel“ der Union habe aber schon jetzt einem breiten Publikum gezeigt, dass eine „mutlose“ Angela Merkel nicht die Kraft habe, Deutschland zu regieren, sagte der SPD-Wahlkampfchef. Unions-Verhandlungsführerin Eva Christiansen äußerte sich dagegen erfreut über die Einigung. Merkel sei bereit, 90 Minuten über alle Fragen, die für die Bürger von Interesse sind, mit dem Kanzler zu diskutieren. Die „absurden“ Vorwürfe, Merkel habe etwas zu verbergen, seien damit „endgültig aus der Welt“, sagte Christiansen dem Tagesspiegel.

Schröder hatte bereits vor dem Treffen angedeutet, nicht auf zwei Duellen zu bestehen. Wenn die „gute Übung“ zweier Fernsehauseinandersetzungen an Merkel scheitern sollte, solle man daraus „keine Staatsaktion“ machen, sagte der Bundeskanzler am Rande einer Buchvorstellung in Berlin. Die Angelegenheit berühre eher die Frage „des Selbstbewusstseins der Sender“.

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte dem Tagesspiegel, dass die vier Moderatoren zu zwei Paaren aufgeteilt werden: Illner/Kloeppel und Christiansen/Kausch. Es sollen neun oder zehn Themenblöcke gebildet werden, zu denen die beiden Paare wechselweise die Fragen an Merkel und Schröder stellen werden. „Es wird also zahlreiche kleine Duelle zu Sachthemen geben“, sagte Brender. Die Themenblöcke würden zwischen den Sendern und den Parteien noch abgestimmt. Publikum werde bei der Live-Übertragung aus Berlin-Adlershof nicht im Studio vertreten sein, die Sendung beginne um 20 Uhr 15, das eigentliche Duell um 20 Uhr 30.

Wer von den beiden Politikern zuerst und wer als Letzter antworten darf, muss noch festgelegt werden. Alle 15 Minuten werde für das Fernsehpublikum eingeblendet, welcher Kandidat bei dahin wie viel Redezeit gehabt habe. Die Atmosphäre der Verhandlungen beschrieb Brender als „unkompliziert“. Dass es bei nur einem Termin bleibt, beschrieb der ZDF-Chefredakteur Brender „nicht als Ideallösung“.

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