Politik : Schröder will mehr Freiheit für Genforscher

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Berlin Bundeskanzler Gerhard Schröder hat eine Lockerung der deutschen Regelungen in der Stammzellforschung gefordert. Deutschland dürfe in der Gentechnik „den Anschluss nicht verpassen“ und werde sich einer Liberalisierung „auf Dauer nicht entziehen können“, sagte Schröder in Göttingen, wo ihm die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Es handle sich um „eine Forschung, von der wir uns durchaus erhoffen dürfen, dass sie neue Medikamente bei bislang unheilbaren Erkrankungen hervorbringen kann.“ Wer dazu Nein sage, müsse sich später fragen lassen, ob er auch den Import solcher Medikamente verbieten wolle.

Union, Grüne, Teile der SPD und die Deutsche Bischofskonferenz wandten sich gegen die Forderung. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte, die Union lehne verbrauchende Stammzellforschung ab. Christa Nickels (Grüne) sagte dem Tagesspiegel, sie verstehe nicht, warum Schröder angesichts des gegenwärtigen Debakels in Partei und Fraktion „nochmals einen Keil reintreibt“. Auch in der SPD gebe es den Konsens, dass „die Gesellschaft nicht Dienstmagd der Forschung ist“ und Freiheit ihre Grenze an der Menschenwürde finde. „Eizellen wachsen nicht auf Bäumen“, sagte Nickels. Frauen, die ihren Körper zur Verfügung stellten, machten dies, „weil sie Geld brauchen“. Der Vorsitzende der Enquetekommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, Rene Röspel (SPD), begrüßte, „dass Schröder keinen Hehl aus seiner persönlichen Meinung macht“. raw

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