Politik : Schröders Sommerreise: Willkommen, Helmut Schröder! (Kommentar)

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Der Kanzler kommt! Die Menschen wollen Autogramme, umringen ihn in Scharen, freuen sich, und eine Agentur schrieb vor einigen Tagen: "Bundeskanzler Helmut Schröder". Dieser Lapsus passt. Er bildet einen wichtigen Teil der Wirklichkeit auf der Kanzlerreise durch Ostdeutschland ab. Kohl ist weg - und rückt in die Ferne. Wenn selbst die CDU sich beim Blick auf die Einheit lieber der Zukunft zuwendet ... Nun hat Angela Merkel, die Ostdeutsche und CDU-Bundesvorsitzende, Schröder zu treffen versucht mit der Kritik, ihm sei der Osten keine Herzensangelegenheit. Das zeigt umgekehrt nur, wie sehr es die Union trifft, dass Schröder dort jetzt Herzen zufliegen. Ausgerechnet! Die CDU kann das beklagen, weil der heutige Kanzler vor einem Jahrzehnt, als das Land sich vereinigte - als Kanzler Kohl das Land vereinte -, im Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten noch ein Gegner dieser Politik war. Richtig ist auch, dass sich hieran zeigt, wie verhältnismäßig kurz das Gedächtnis der Menschen ist. Und dass sie es im Zweifel mit den Mächtigen und den Glücklichen halten. Aber soll Schröder sich darüber ärgern? Ausgerechnet! Er wird darin vielmehr Anerkennung und bei der CDU Ärger über diese Fakten sehen: Die Schulden sinken und sogar in Ostdeutschland sind blühende Landschaften zu besichtigen. Da kann der Kanzler kommen. Wie er heißt, ist nicht so wichtig.

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