Politik : Schüler, Eltern und Lehrer für Reform

Appell für die neuen Rechtschreibregeln vor Treffen der Ministerpräsidenten

Uwe Schlicht

Berlin - Eine Woche vor der entscheidenden Sitzung der Ministerpräsidenten zur Rechtschreibreform haben Lehrerverbände, Bundeseltern- und Schülerrat, Schulbuchverlage und Kultusministerkonferenz (KMK) geschlossen für das Festhalten daran plädiert. KMK-Präsidentin Doris Ahnen (SPD) und ihre Vizepräsidentin Karin Wolff (CDU) sagten am Freitag, nach dem Sommertheater, das einige Verlage gegen die Reform inszeniert hätten, sei es höchste Zeit, auf die Schulen zu achten. 14 Millionen Schüler seien mit den neuen Schreibweisen vertraut.

Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger, sagte, in den Schulen sei man zornig über die Hysterie einiger Politiker. Die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange sagte, die Schulen hätten Wichtigeres zu tun, als sich alle paar Jahre mit neuen Scheibregeln zu beschäftigen. Der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dino Maiwaldt, findet, die sinnlose Debatte solle beendet werden. Das ist auch die Ansicht von Wielfried Steinert, dem Vorsitzenden des Bundeselternrats. „Aus Sicht der Eltern ist die Rechtschreibreform ein Glücksfall.“ Dass künftig der Rat für Rechtschreibung die Reform begleitet, begrüßte Steinert.

Der neue Rat für Rechtschreibung wird nach der Auskunft von Doris Ahnen alle fünf Jahre einen Bericht vorlegen – den ersten bereits zu einem früheren Zeitpunkt. In den Rat seien neben Wissenschaftlern und Praktikern aus Medien, Verlagen und Schulen auch Kritiker der Reform aufgenommen worden. Die Kultusministerkonferenz erwarte, dass der Rat sachbezogene Empfehlungen gebe. Aber die Rechtschreibreform dürfe dabei nicht rückgängig gemacht werden.

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