Schüler Pablo trifft SPD-Chef : Ich kannte Gabriel nur aus der "heute show"

Der 15-jährige Pablo Zafari hatte mit Politik bisher nicht viel zu tun. Dann traf er Sigmar Gabriel. Das hatte Folgen. Ein Erlebnisbericht.

Pablo Zafari
Der 15-jährige Pablo (Bild Mitte) machte beim Tagesspiegel ein Schülerpraktik und traf zum ersten Mal einen Spitzenpolitiker.
Der 15-jährige Pablo (Bild Mitte) machte beim Tagesspiegel ein Schülerpraktik und traf zum ersten Mal einen Spitzenpolitiker.Foto: Thilo Rückeis

Neulich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Spitzenpolitiker die Hand gegeben. Ich bin Pablo,  15 Jahre alt und gehe auf das Käthe-Kollwitz Gymnasium in die neunte Klasse. Ich interessiere mich schon für Politik. Es ist aber nicht so, dass ich jeden Tag in der Zeitung den Politik-Teil lese.

Den Spitzenpolitiker habe ich auf dem Parkplatz des Tagesspiegels getroffen. Bei der Zeitung habe ich zu dieser Zeit ein Schülerpraktikum in der Politik-Redaktion gemacht. Bei dem Spitzenpolitiker handelte es sich um den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Er war an diesem Abend beim Tagesspiegel eingeladen, um Fragen der Leser zu beantworten. Zusammen mit Redakteuren der Zeitung stand ich auf dem Parkplatz, um ihn zu empfangen.

Gabriel stieg aus seinem Mercedes. Er wirkte ganz normal. Trotzdem war ich ziemlich aufgeregt. Ich kannte ihn bisher ja nur vom Fernsehen. Zum Beispiel aus der „heute show“, in der sich  Moderator Oliver Welke so gut wie immer über ihn lustig macht.

Auf mich machte Gabriel einen guten Eindruck. Er begrüßte nicht nur die Redakteure, er wollte auch wissen, wer ich bin und was ich mache. Dass er sich ein bisschen Zeit nahm,  machte ihn mir sympathisch. Ich hätte gedacht, dass einer wie er es immer total eilig hat.

In meiner Schule wird kaum über Politik geredet

Bei Politikern geht man ja davon aus, dass sie sich hinter einer Fachsprache verstecken. Das war bei Gabriels Auftritt beim Tagesspiegel-Leserforum nicht so. Er sprach dort offen und verständlich. Gut fand ich auch, dass er versuchte, die Anwesenden von seiner Sicht der zu überzeugen, auch dann, wenn der Großteil nicht seiner Meinung war.

Nach dem Auftritt von Gabriel hab ich angefangen. mich über ihn und die SPD im Internet zu erkundigen. Jetzt weiß ich ungefähr, welche Ziele die SPD verfolgt. Mir war vorher zum Beispiel nicht klar, dass Gabriel Vizekanzler, SPD-Vorsitzender und Wirtschaftsminister gleichzeitig ist. Ich habe auch den Wahl-O-Mat ausprobiert. Dabei kann man herausfinden, was jede Partei vertritt und welche Parteien am besten zu einem passen. Bei mir kam die SPD an zweiter Stelle. Wer auf Platz eins steht, verrate ich nicht.

Es heißt immer, viele Jugendliche würden sich für Politik überhaupt nicht interessieren. Das kann ich so nicht bestätigen. Aber Interesse ist die eine Sache. Man muss sich auch die Zeit nehmen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das ist im Alltag nicht immer leicht. Wenn es drauf ankommt entscheidet man sich oft fürs Freunde treffen, Computer spielen etc. Das ist bei mir auch so.         

 Wenn man bedenkt das Politik eines der wichtigsten Themen überhaupt ist, fragt man sich, warum man in der Schule so wenig über Politik redet. In meiner Schule wird kaum über Politik geredet. Im Unterricht sehr selten und auf dem Pausenhof gar nicht. Man kann es freiwillig als Fach dazu wählen. Aber meiner Meinung nach sollte das kein freiwilliges Fach sein. Ich meine wir sind die nächsten die durchs Wählen die Zukunft von Deutschland bestimmen. Deswegen sollten man am besten so früh wie möglich darauf vorbereitet werden.

Leider konnte ich mich nicht von  Sigmar Gabriel verabschieden. Aber mir hat dieses kurze Treffen sehr viel Gebracht, weil ich mich danach nochmal intensiv mit der Politik auseinander gesetzt habe und es eine super Erfahrung ist jemanden zu vor sich zu haben, den man sonst nur vor dem Fernseher sieht.

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