Politik : Schülerinnen dürfen keine Burka tragen

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Bonn - Weil sich zwei 18-jährige Schülerinnen mit einer Burka total verschleiert hatten, sind die beiden Musliminnen von einer Bonner Gesamtschule zunächst für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen worden. Der Direktor habe den Schulfrieden durch den Auftritt der jungen Frauen in Gefahr gesehen und den Ausschluss vom Unterricht in Abstimmung mit der zuständigen Kölner Bezirksregierung verfügt. Der Schulleiter hatte laut Schulgesetz das Recht dazu, bestätigte ein Sprecher der Stadt Bonn. Die Frauen wollten nun mit einem Anwalt gegen den Unterrichtsausschluss von der Bertolt-Brecht-Gesamtschule vorgehen.

Es handele sich um eine Frau mit deutschem und eine mit türkischem Pass, hieß es. Die beiden Oberstufenschülerinnen seien überraschend in Burkas verhüllt erschienen, nachdem sie zuvor nicht einmal ein Kopftuch getragen hätten. Die Burka ist vor allem in Afghanistan verbreitet. Das Stofftuch verhüllt den Körper und auch den Kopf der Frau. Auf Augenhöhe gibt es einen Gitterschleier zum Durchsehen. Die inzwischen von der Macht vertriebenen radikalen Taliban hatten das Tragen der Burka in Afghanistan für Frauen zur Pflicht gemacht.

Der Ausschluss vom Unterricht könne sofort wieder aufgehoben werden, wenn die Frauen die Burka wieder ablegten, hieß es am Freitag. Die Familie einer der beiden Frauen sei bei den deutschen Sicherheitsbehörden bekannt. Es gebe Kontakte zur schon früher ins Visier der Sicherheitsbehörden geratenen König- Fahd-Akademie in Bonn, die von Saudi- Arabien als Schule betrieben wird. Eine gezielte Provokation der Schülerinnen könne nicht ausgeschlossen werden. dpa

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