• Schuldspruch gegen „Hormonmafia“ Belgisches Gericht: Lebenslänglich wegen Auftragsmordes

Politik : Schuldspruch gegen „Hormonmafia“ Belgisches Gericht: Lebenslänglich wegen Auftragsmordes

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Brüssel (dpa). Vier Mitglieder der belgischen „Hormonmafia“ sind wegen Auftragsmordes am Montagabend in Antwerpen schuldig gesprochen worden. Das Geschworenengericht sah es als erwiesen an, dass sie die Ermordung des Veterinärinspektors Karel van Noppen vor sieben Jahren planten und ausführten. Der Tierarzt war einem Rindermastskandal auf der Spur, als er vor seiner Haustür erschossen wurde. Als Drahtzieher für die Bluttat im Februar 1995 wurden die flämischen Viehhändler Germain Daenen und Alex Vercauteren ausgemacht. Der Mitangeklagte Albert Barrez hatte bereits gestanden, den Vater zweier Kinder für rund 15 000 Euro erschossen zu haben. Der vierte Angeklagte, der Waffenhändler Carl de Schutter, hatten ebenfalls zuvor zugegeben, die Waffe für den Auftragsmord beschafft zu haben.

Elf Tage vor seiner Ermordung hatte van Noppen, engagierter Kämpfer gegen die Verwendung illegaler Hormonmittel zur Wachstumsbeschleunigung in der Tierzucht, bei einer überraschenden Kontrolle im Schlachthof von Rekkem hormonbehandelte Rinder entdeckt. Im Anschluss daran soll ein Mäster nach einem Bericht der Zeitung „Le Soir“ angekündigt haben, der Veterinär werde keine zwei Wochen mehr leben. Wenige Tage später wurde der Tierarzt erschossen.

Barrez und De Schutter hatten die beiden Mitangeklagten als Auftraggeber für den Mord angegeben. Diese beteuerten jedoch bis zum Ende des Prozesses ihre Unschuld. Mieke Hendrickx, die Witwe des Getöteten, sagte vor Gericht: „Ich werde die Worte von Karel nie vergessen, als er nach den Kontrollen in Rekkem nach Hause kam und sagte: ,Wenn sie mir jetzt nichts antun, werden sie es nie tun.’ “ Der Anwalt der Kinder van Noppens äußerte zudem den Verdacht, dass die Angeklagten nicht die Einzigen seien, die in die Affäre verwickelt seien.

Über das Strafmaß für die vier Schuldiggesprochenen wurde noch nicht entschieden. Unklar blieb zunächst der genaue Termin für dessen Verkündigung. Nicht ausgeschlossen war, dass der Termin noch in dieser Woche sein könnte.

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