Politik : Schule für Terrortraining in England?

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London - Die britische Terrorpolizei hat eine Haftverlängerung für die am Freitagabend in einem Londoner China-Restaurant verhafteten 14 Terrorverdächtigen erwirkt. Sie stehen offenbar im Verdacht, ein Netzwerk zur Ausbildung von Terroristen unterhalten zu haben. Im Mittelpunkt der Fahndung steht nun die obskure Jameah-Islameah-Schule. In der einstigen Waisenschule im idyllischen East Sussex mit 100 Klassenzimmern wurden laut dem Schulaufsichtsamt zuletzt maximal 12 Schüler in islamischer Moral unterrichtet. Doch bietet Schulbesitzer Balil Patel auf seiner Website auch Imam-Training und die Gelegenheit zum „Camping in islamischer Umgebung“ an. Unter anderem soll dies in der Vergangenheit der inzwischen verhaftete Hassprediger Abu Hamza für ein „Terror-Trainingslager“ genutzt haben. Sein Nachfolger Abu Abdullah ist Presseberichten zufolge unter den Verhafteten. Zeitungen schrieben von Großbritanniens erster „Märtyrerschule“.

Kurz vor den Verhaftungen hatte der Antiterrorchef der Polizei, Peter Clarke, die Briten mit dem Eingeständnis geschreckt, die Polizei müsse „Tausende“ überwachen, „nicht nur Terroristen und Angreifer, sondern diejenigen, die sie unterstützen, ermuntern und ihnen helfen“. Die BBC berichtete über eine Kette von Helfern und Organisationen, die junge Muslime für den „Dschihad“ radikalisieren und ihnen die Reise in den Irak ermöglichen. Als besonders gefährlich wurden diejenigen bezeichnet, die nach Großbritannien zurückkehren und hier ihre Aktivitäten fortsetzen. Die US-Zeitschrift „New Republic“ bezeichnete Großbritannien jüngst als „größeres Sicherheitsrisiko für die USA als Irak und Iran“. Begründet wurde dies mit der hohen Zahl radikalisierter Muslime mit britischen Pässen, die durch gelockerte Visabestimmungen jederzeit in die USA reisen können. mth

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