Politik : Schwan bleibt Bewerberin für Präsidentenamt

Berlin - Gesine Schwan will weiter Bundespräsidentin werden, obwohl der Ausgang der bayerischen Landtagswahl ihre Chancen in der Bundesversammlung im Mai nicht vergrößert hat. Ein Sprecher Schwans sagte, die Professorin halte an der Kandidatur fest. In der Bundesversammlung haben Union, FDP und Freie Wähler mit 613 von 1224 Stimmen voraussichtlich eine knappe Mehrheit. Alle drei Kräfte befürworten eine zweite Amtszeit Horst Köhlers. Die Grünen bestritten, dass das Rennen für sie nun aussichtslos geworden sei. Die Mehrheit für Köhler sei „auf dem Papier verschwindend gering“, sagte Parteichefin Claudia Roth. Sie glaube nicht, dass Schwans Bewerbung „rein symbolisch“ sei. Die Grünen, die mit großer Mehrheit für Schwan stimmen dürften, hatten angekündigt, nach der Bayern-Wahl eine Empfehlung abzugeben. Mit der Verzögerung wollten sie ihre Eigenständigkeit von der SPD betonen.

Die Linke hat sich laut Parteichef Lothar Bisky noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. Die Parlamentarische Geschäftsführerin Dagmar Enkelmann bestätigte aber Gespräche mit dem Schauspieler Peter Sodann. Der ehemalige „Tatort“-Kommissar sei „ganz sicher jemand, den man sich vorstellen kann“. Zwar hätten sich viele eine Kandidatin gewünscht, „das Geschlecht sollte aber nicht ausschlaggebend sein“. Endgültig auf ihren Kandidaten verständigen wolle sich die Fraktion am 14. Oktober. hmt/raw

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