Politik : Schwarz-Gelb hängt weiter im Tief

Berlin - Schwarz-Gelb findet in diesem Sommer nicht aus dem Tief. Auch das neue Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel deutet nicht auf eine Aufheiterung hin. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, die Regierung Merkel- Westerwelle müsste schwer büßen. Die Union käme nach den Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen auf 33 Prozent, die FDP gar nur auf fünf Prozent. Dagegen holt die SPD das bei der Bundestagswahl verlorene Terrain wieder zurück: Sie kann mit 32 Prozent rechnen. Die Grünen, Überflieger des Frühjahrs, spüren keinen Aufwind mehr und landen bei 15 Prozent. Die Linke käme auf zehn Prozent.

Das schwarz-gelbe Ergebnis von zusammen nur 38 Prozent (gut zehn Prozent weniger als bei der Wahl im Herbst 2009, wobei der Verlust praktisch ganz auf die FDP entfällt) hat seine Ursache im eklatant schlechten Bild, das die Regierung über Monate abgegeben hat. Nach wie vor ist die Benotung durch die befragten Bürger schlecht: Sie benoten das Kabinett mit minus 1,2 (auf der Skala von plus bis minus fünf). Zwei Drittel attestieren Merkel & Co., dass sie schlecht arbeiten, der schlechteste Wert seit Beginn der Legislaturperiode. Immerhin steht noch eine knappe Mehrheit der Anhänger von Union (59 Prozent) und FDP (51 Prozent) hinter der Regierung. Dass die Regierung vorankommt, glaubt allerdings kaum noch ein Wähler. 87 Prozent haben diesen Eindruck nicht, auch bei Unions- und FDP-Anhängern sind es nur kleine Minderheiten, die Bewegung wahrnehmen. Ganz ähnlich sehen die Zahlen aus, wenn nach dem Verhältnis von Union und FDP gefragt wird: 83 Prozent halten es für schlecht. Unter den Unions-Freunden wächst derweil die Sehnsucht nach der Koalition mit der SPD – 46 Prozent von ihnen wollen lieber eine Regierung mit Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier. Gut sieht es für den neuen Bundespräsidenten Christian Wulff aus: Er bekommt eine Note von 1,9, womit er vor der Kanzlerin (0,9) liegt. afk

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