Schwarz-Gelb : Schluss mit unlustig

Schwarz-Gelb und der Wahlkampf: Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff über Seehofers Derbheiten gegen Westerwelle.

Stephan-Andreas Casdorff
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Es knirscht. Seehofer und Westerwelle.Foto: dpa

Die Konstellation Schwarz-Gelb hat verloren, in Umfragen, liegt aber immer noch vor Rot-Rot-Grün. Und das deutlich. Damit kann sich bewahrheiten, was CSU-Chef Horst Seehofer meint, nämlich dass sie sich, wenn, dann vor allem selbst schlägt. Wozu er allerdings seinen Teil leistet. Das Derbe im Umgang mit den Freidemokraten wirkt nicht mehr lustig-folkloristisch und auf Bayern beschränkt. Zumal manches nachprüfbar Unsinn ist. Die CSU als einziger Sachwalter des Sozialen? Selbst bei Schwarz-Gelb stimmt das nicht. Da hat nun auch die FDP Forderungen, die weit über die der Christsozialen hinausgehen. Beim Hartz-IV-Schonvermögen zum Beispiel: Niemand will das so erhöhen wie die FDP.

Doch überhaupt sollte die CSU bei Sprüchen und Ansprüchen vorsichtiger sein. Im Bundestag ist sie nicht die große Nummer, zu der Seehofer sie auszurufen versucht. Als kleiner Hinweis: Wollte die FDP im einflussreichen Haushaltsausschuss mit Otto Fricke, dem smarten Chef, Ernst machen, sähe es für CSU-Liebling Karl-Theodor zu Guttenberg öder aus.

Eigentlich könnte Seehofer dem Kollegen Guido Westerwelle sogar dankbar sein. Stattdessen greift er ihn ständig an. Um ihn zu reizen? Nicht nur, dass das offenkundig nichts bringt außer Stimmenverlusten – Westerwelles Zurückhaltung ist für Seehofer bestimmt ein schwerer Schlag.

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