Schwarz-Grün in Baden-Württemberg : Liebesaffäre: Alexander Bonde gibt auf

Baden-Württembergs grüner Agrarminister verzichtet wegen eines Gerüchts um eine heimliche Liebesaffäre auf ein Amt. Ein kleines Porträt

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Alexander Bonde
Alexander BondeFoto: dpa

Am Montagmorgen konnte Baden-Württembergs grüner Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde, in den Zeitungen noch lesen, dass er zum Finanzminister im bundesweit ersten grün-schwarzen Kabinett aufsteigen könnte. Da aber hatte er sich schon entschieden, auf das Amt zu verzichten. Grund sind Gerüchte über eine zurückliegende außereheliche Liebesaffäre mit einer Grünen-Politikerin, die sich seit vergangener Woche verdichteten. Der 41-jährige Bonde ist mit einer ehemaligen CDU-Bundestagabgeordneten verheiratet und hat drei Kinder.

Er stehe für ein Ministeramt nicht mehr zur Verfügung, teilte Bonde erst Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), dann via Facebook der Öffentlichkeit mit. Am Sonntag hatte er noch für die Grünen die letzten Feinheiten des Koalitionsvertrags mit der CDU ausverhandelt, zugleich aber schon gesehen, dass die Spekulationen um sein Privatleben so schnell nicht aufhören würden.

Seine Geliebte trennte sich medienwirksam von ihm

Für Kretschmann und seine Grünen ist der Rückzug ein großer Verlust. Der „grüne Schwarzwälder“, wie sich Bonde einmal charakterisiert hat, ist als Bundestagsabgeordneter seit 2002 in grün-schwarzen Pizza- und Spaghetti-Runden politisch sozialisiert worden. Nach dem Wechsel nach Stuttgart, wo er Kretschmann seit 2011 als Minister für den Ländlichen Raum diente, musste er aber mit teils scharfen Angriffen der CDU-Opposition leben. Die Schwarzen nahmen ihm vordergründig die Reform des Jagdrechts und die Einrichtung eines Nationalparks übel. Vor allem aber erkannten sie, dass die politische Pflege des ländlichen Raums durch einen grünen Trachtenjanker-Träger eine Gefahr für die CDU selbst darstellte. Bei der Landtagswahl im März bestätigten sich die Befürchtungen – gerade in den Dörfern gewannen die Grünen Stimmen hinzu und selbst im ländlich geprägten Oberschwaben Direktmandate.

Der Politprofi koordinierte die Realos im Landesverband

Der Politprofi hat die CDU-Attacken nicht minder scharf pariert. Als sich das grün-schwarze Bündnis abzeichnete, hat Bonde die alten Kontakte rasch reaktiviert und genutzt, um das Bündnis mit der CDU zu zimmern. Der Koordinator der Realos im grünen Landesverband hat dabei für seine Partei zwei der neun Arbeitsgruppen geleitet und war Mitglied des sechsköpfigen Kernverhandlungsteams um Kretschmann. Bei Bedarf, hat Bonde am Montag mitgeteilt, sei er bereit, weiter Verantwortung für das Land zu übernehmen, „aber nicht in der ersten Reihe als Minister“.

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