Politik : Schwarz-grüne Annäherung: Na also, tut doch gar nicht weh! (Kommentar)

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In der Berliner CDU lassen sich drei Gruppen beschreiben. Da sind die Leute um Diepgen, die auch in den kommenden zehn Jahren mit der SPD regieren würden. Motto: Sicher ist sicher. Die Gruppe um den Finanzsenator Peter Kurth möchte dagegen nach der nächsten Wahl gerne mit den Grünen weitermachen. Wer nichts riskiert ... Schließlich ist da noch ein konservativer, lose organisierter Kreis, der in vorsichtiger innerparteilicher Opposition zu allen anderen steht. Von Generalsekretär Ingo Schmitt, der sich gerne zum Sprecher dieser Gruppe macht und als Gegenspieler Diepgens gilt, konnte man bisher den Eindruck haben, er wasche sich nach jedem Kontakt mit einem Grünen vorsichtshalber die Hände. Man weiß ja nie. Dass jetzt ausgerechnet Schmitt den Grünen ein Gesprächsangebot macht, zeigt zweierlei: Die CDU lässt sich nervös machen von den Nettigkeiten, die SPD und PDS derzeit austauschen; und sie genießt diesen Zustand - weil sie weiß, dass auch die SPD nervös ist. Immer mehr Politiker aus CDU und SPD wollen die biedere Langeweile der Koalition hinter sich lassen. Eine der beiden Parteien wird wohl nach der nächsten Wahl in die Opposition ziehen müssen. Eine Etage unterhalb der Landespolitik, auf der Bezirksebene, sind bereits die ersten Bündnisse verabredet worden, die noch vor Jahresfrist als illusorisch abgetan wurden. Spätestens 2004 sind die Parteien dann auch auf Landesebene so weit. Es wird ja auch wirklich Zeit.

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