Politik : Schwarzer Tag für Gordon Brown Labour verliert drastisch

bei Kommunalwahlen

London - Durch London zogen Hippies und die Beatles führten die Hitparaden an, als die Labour-Partei das letzte Mal so schlecht aussah. Der Schuldige für die Schlappe der Regierungspartei bei Wahlen seit rund 40 Jahren stand für die Medien und auch für so manchen Labour-Abgeordneten rasch fest: Premierminister Gordon Brown. Am „schwarzen Freitag“ seiner Laufbahn erklärte der glücklose Nachfolger von Tony Blair dann auch geknickt: „Mir ist klar, dass dies eine enttäuschende Nacht war, eine wirklich schlechte Nacht für Labour.“

Ob Brown diese Krise seiner Partei politisch überlebt, wird nun heftig diskutiert. „Die wichtigste Frage für unsere Zukunft lautet doch: Wie lange noch mit Gordon?“, sagt ein Labour-Abgeordneter aus Liverpool. Schockierend ist für Labour-Anhänger nicht nur, dass die Partei mit einem Stimmenanteil von ganzen 24 Prozent sogar einen Punkt hinter den Liberaldemokraten und 20 Prozentpunkte hinter der Konservativen Partei nur noch drittstärkste politische Kraft ist. Sie beunruhigt auch, dass die Tories unter ihrem dynamischen Vorsitzenden David Cameron in vielen traditionellen Labour-Hochburgen die Macht erobert haben.

Ungerührt von der offiziellen Labour- Linie, dass Kommunalwahlen kaum Rückschlüsse auf allgemeine Wahlen erlaubten, bemühten sich Analysten der BBC, die Resultate zu „übersetzen“: Danach würde Browns Partei so viele Stimmen im Unterhaus einbüßen und die Tories würden mit einer Mehrheit von 138 Mandaten den Premierminister stellen.

Brown erklärte, er wolle aus dem Debakel seine „Lektion lernen“, dem Volk „zuhören“ und „dann nach vorn schreiten“. Der Ex-Schatzmeister hatte kurz vor den Wahlen Steuerererleichterungen für Gering- und Normalverdiener streichen wollen und diesen Plan erst nach Protesten wieder aufgegeben – doch offenbar viel zu spät. Die Ergebnisse seien ein „eindeutiges Votum des Vertrauens“ für die Konservativen gewesen, sagte Cameron. dpa

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