Schwarzgeldkonten : Villepin sagt zu Clearstream aus

In der Rufmord-Affäre um vermeintliche Schwarzgeldkonten französischer Spitzenpolitiker wird Premierminister Dominique de Villepin noch vor Weihnachten von Untersuchungsrichtern in Paris aussagen.

Paris - Die in dem Fall ermittelnden Juristen würden den Regierungschef am 21. Dezember als Zeugen befragen, hieß es bei Villepins Mitarbeitern. Auf gefälschten Kontenlisten der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream war auch der Name von Innenminister Nicolas Sarkozy aufgetaucht. Dies hatte Spekulationen über eine regierungsinterne Intrige vor der Präsidentschaftswahl 2007 geschürt, bei der der langjährige Villepin-Rivale Sarkozy als Kandidat antreten will.

Die gefälschten Konten-Listen, auf denen auch die Namen von Industriemanagern standen, waren im Frühjahr 2004 von einem hochrangigen Manager des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS an einen Untersuchungsrichter gegeben worden. Sie gelangten danach in die Presse. Wer die Listen fälschen ließ und mit welchem genauen Ziel, ist bis heute unklar. Villepin ist erst der zweite Regierungschef in Frankreichs Fünfter Republik, der vor Untersuchungsrichtern aussagen soll. Bislang wurde nur sein Vor-Vorgänger Lionel Jospin im November 2001 als Zeuge befragt. Damals ging es um eine Affäre um illegale Parteienfinanzierung zu Gunsten der Sozialistischen Partei (PS). (tso/AFP)

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