Politik : Schweigen für die Opfer

Washington/New York - Mit einer Schweigeminute haben am Samstag die Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen. In New York läuteten um 8 Uhr 46 die Kirchenglocken. Genau um diese Zeit war vor neun Jahren das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gerast. Insgesamt kamen bei den Anschlägen fast 3000 Menschen ums Leben. Bei der Gedenkveranstaltung in New York wurden die Namen der 2752 Opfer verlesen, die in den Trümmern der Zwillingstürme ihr Leben verloren. An der Zeremonie nahmen US-Vizepräsident Joe Biden und Bürgermeister Michael Bloomberg teil.

US-Präsident Barack Obama hat seine Landsleute bei der Gedenkfeier im Verteidigungsministerium, in das die Attentäter ein weiteres Flugzeug gesteuert hatten, zu Toleranz aufgerufen. „Es war keine Religion, die uns an diesem Septembertag angegriffen hat. Es war Al Qaida, eine jämmerliche Bande von Männern, die Religion pervertiert“, sagte Obama. „Als Amerikaner werden wir niemals im Krieg mit dem Islam sein“, sagte er. Auch wenn es der Wunsch der Attentäter gewesen sei, das Land zu spalten, würden die USA „Hass und Vorurteilen“ nicht nachgeben, sagte der Präsident weiter.

First Lady Michelle Obama nahm gemeinsam mit ihrer Vorgängerin Laura Bush in Pennsylvania an einer Gedenkfeier teil. Dort lobte sie den „Heldenmut“ der Passagiere des vierten entführten Flugzeugs, das nur 20 Flugminuten von Washington entfernt auf ein Feld gestürzt war, nachdem die Insassen versucht hatten, das Cockpit zu stürmen.

Vor dem Weißen Haus in Washington hat eine kleine Gruppe von Christen Koran-Seiten zerrissen. Damit sollten die „Unwahrheiten über den Islam“ angeprangert werden, sagte am Samstag einer der sechs Christen, Randall Terry. „Einer der Gründe warum wir das machen: Die Lüge, dass der Islam eine friedliche Religion ist, muss aufhören.“ dpa/AFP

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben