Schweinegrippe : Kabinett gibt grünes Licht für Massenimpfung

Deutschlandweit sind inzwischen rund 12.500 Menschen mit der sogenannten Schweinegrippe infiziert. Die Regierung hat nun die Impfung von bis zu 35 Millionen Bürgern beschlossen.

BerlinIm Kampf gegen die sogenannte Schweinegrippe hat das Bundeskabinett am Mittwoch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um vom Herbst an bis zu 35 Millionen Bundesbürger impfen zu lassen. Die Länder können nun mit den Krankenkassen Impfvereinbarungen schließen.

Die Kassen sollen die Kosten von etwa einer Milliarde Euro tragen. Drauf einigten sich Bund und Kassen. Im Vorfeld hatte es einen Streit um die Finanzierung der Massenimpfung gegeben. Die Krankenkassen hatten gedroht, die Beiträge wegen der Kosten zu erhöhen.

Ziel der Bundesregierung ist, dass sich jeder gegen die Amerikanische Grippe impfen lassen kann, der möchte. Die Kosten hierfür sollen Bund und Länder aus Steuermitteln tragen.

Bei der ersten Massenimpfung sollen vor allem chronisch Kranke und medizinisches Personal sowie Polizisten und Feuerwehrleute einen Schutz erhalten. Nach Schätzungen des Bundes könnten es insgesamt bis zu 56 Millionen Bundesbürger sein, die sich einen Impfschutz holen werden. 

Bund und Länder beraten derzeit über die Kostenaufteilung. Dabei geht es noch einmal um 600 Millionen Euro bis maximal eine Milliarde Euro Impfkosten - je nachdem, wie viele Menschen sich impfen lassen wollen.

Die Impfung von bis zu 35 Millionen Bürgern hat jedoch nicht nur Befürworter. Experten kritisieren, der Impfstoff sei noch gar nicht hinreichend getestet, um jetzt schon Verwendung zu finden. Außerdem sei eine Impfung nicht unbedingt nötig. Die Amerikanische Grippe sei zwar hoch infektiös, in ihrer Auswirkung aber "nicht schwer und bedrohlich", sagte Peter Schönhofer, Pharmakologe und Mitherausgeber des Arznei-Telegramms.

Bis zum Montag hatten sich in Deutschland rund 12.500 Menschen mit der amerikanischen Grippe infiziert.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, tos

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