Schweinegrippe : Lauterbach maßregelt Krankenkassen

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach findet im Tagesspiegel deutliche Worte gegenüber den Krankenkassen: Ihr Ruf nach Beitragserhöhung wegen der geplanten Schweinegrippe-Impfungen sei "ungerechtfertigt und unklug"

Rainer Woratschka

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat den Ruf der Krankenkassen nach einer Beitragserhöhung wegen der Kosten für die Schweinegrippe-Impfung zurückgewiesen. Die Forderung sei "ungerechtfertigt und unklug", sagte er dem Tagesspiegel. Die Zusatzkosten für die Impfung lägen nicht, wie von den Kassen angegeben, bei einer Milliarde Euro, sondern "allenfalls halb so hoch". Schließlich könne man nicht einfach die Gesamtkosten, sondern nur die Differenz zu den Kosten der normalen Grippeimpfung veranschlagen.

Zusatzkosten von 500 Millionen Euro für die Massenimpfung jedoch seien aus dem bestehenden Beitragssatz "bedienbar", betonte Lauterbach. Schließlich handle es sich dabei um weniger als ein halbes Prozent der Krankenkassenausgaben pro Jahr. "Angesichts der Tatsache, dass die Krankenkassen mit dem Gesundheitsfonds das viel höhere Risiko der steigenden Arbeitslosigkeit abgesichert bekommen, wären sie gut beraten, die Kirche im Dorf zu lassen." Bei der Drohung mit steigenden Beiträgen handle es sich "um eine Art Erpresung, wie im Gesundheitssystem inzwischen üblich", sagte der SPD-Politiker. Offenbar versuchten Kassen, die künftig ohnehin nicht mehr ohne Zusatzbeiträge auskämen, die Schweinegrippe nun zu "instrumentalisieren". (Tsp)

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