Schweiz : Minister testet Elektroschockpistole an sich selbst

Der Schweizer Justizminister Christoph Blocher hat eine Taser-Pistole an sich selbst ausprobiert. Seine rechtspopulistische Volkspartei möchte die Waffe bei der Zwangsausweisung illegaler Immigranten einsetzen.

Christoph Blocher Foto: AFP
Christoph Blocher. -Foto: AFP

GenfDer 67-Jährige Blocher habe den Selbstversuch offenbar unbeschadet überstanden, berichtete der Präsident der Konferenz der Polizeikommandanten, Beat Hensler, am Montagabend im Schweizer Fernsehen. Der Justiz- und Polizeiminister habe ihm einmal bei einem Mittagessen die Vorzüge des sogenannten Tasers erklärt und dabei verraten, dass er sich selbst schon einmal mit dem Gerät beschießen ließ, um dessen Wirkung besser einschätzen zu können, enthüllte Hensler.

Der Einsatz der Elektroschockpistole bei der Ausweisung illegaler Einwanderer ist in der Schweiz sehr umstritten. Der Nationalrat befürwortete Anfang Oktober den Einsatz, die Kommission des Ständerats ist dagegen. Daraufhin verzichtete die Regierung auf den Einsatz der umstrittenen Waffe, die derzeit nur speziellen Polizeieinheiten zur Verfügung steht.

Nach Angaben von Amnesty International hat der Einsatz von Taser-Waffen in den USA und Kanada zwischen 2002 und 2006 zum Tod von bis zu 200 Menschen geführt. Die internationale Menschenrechtsorganisation weist darauf hin, dass es bis heute keine umfassende und unabhängige Studie über die Auswirkungen von Elektroschockwaffen gibt - dies gelte speziell für den Einsatz gegen Menschen, die unter Herzbeschwerden litten, unter Drogeneinfluss stünden oder einer speziellen Stress-Situation ausgesetzt seien, wie es bei illegalen Immigranten der Fall sei, die unter Zwang an die Grenze zurückgebracht werden sollen. (mit AFP)

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