Politik : Schwelbrand in Lüftung des Atomkraftwerks Krümmel

Krümmel - Im Atomkraftwerk Krümmel ist am Montag ein Schwelbrand ausgebrochen. Der Brand sei gegen acht Uhr in einer Lüftungsanlage des Reaktors entdeckt worden, der nach einem Feuer seit vergangenem Sommer abgeschaltet ist, teilte der Energiekonzern Vattenfall Europe mit. Nach Angaben des Betreibers konnte die Feuerwehr den Brand innerhalb von einer Stunde löschen, ohne dass es Verletzte gab. Hilfe von außen sei weder angefordert noch benötigt worden, hieß es weiter. Die Atomaufsicht im Kieler Sozialministerium versicherte ebenso wie Vattenfall, dass keine radioaktiven Stoffe freigesetzt worden seien.

Vattenfall-Sprecher Ivo Banek betonte, dass es kein offenes Feuer gegeben habe. Das Reaktorgebäude sei vorübergehend geräumt, noch am Vormittag aber wieder freigegeben worden. Seinen Angaben nach brach der Brand im Messraum des Abluftkamins an einer Filtermatte aus. Die Ursache war unklar. Das für die Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerium in Kiel schickte einen Spezialisten zum Kraftwerk und schaltete einen Gutachter ein.

Der Atommeiler ist seit einem Feuer in einem Transformator am 28. Juni 2007 abgeschaltet. Nach Ministeriumsangaben soll er frühestens Mitte Mai wieder ans Netz gehen. Das 1983 in Betrieb genommene Akw Krümmel produziert im Schnitt zehn Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht einem Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte erneut die endgültige Stilllegung der „Pannenreaktoren“ in Krümmel und Brunsbüttel.

Im Juni vergangenen Jahres hatte das Feuer in einem Trafogebäude auf dem Akw-Gelände zum Herunterfahren des Meilers geführt. Am gleichen Tag wurde auch das zweite von Vattenfall in Schleswig-Holstein betriebene Akw in Brunsbüttel aufgrund einer Pannenserie abgeschaltet. Der Reaktor in Brunsbüttel soll voraussichtlich erst Ende März wieder Strom liefern. Jeder Tag Stillstand in den beiden Atommeilern kostet Vattenfall Europe nach eigenen Angaben rund 800 000 Euro. Wegen der Pannenserie im vergangenen Sommer musste zunächst der Chef der Vattenfall-Atomsparte, Bruno Thomauske, und wenige Wochen später auch Vattenfall-Europe Chef Klaus Rauscher seinen Posten räumen. dpa/Tsp

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