Politik : Schwere Konfrontationen zwischen Hamas und Fatah

Gaza - Nach einer Serie tödlicher Bombenanschläge im Gazastreifen sind die Konfrontationen zwischen den rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah wieder aufgeflammt. Nach einer Großrazzia der Hamas im Gazastreifen, bei der am Samstag mehr als 160 Fatah-Mitglieder festgenommen wurden, reagierte Fatah am Sonntag mit der Festnahme von 30 Hamas-Anhängern im Westjordanland.

In der Nacht zum Sonntag kam es auch zu Zusammenstößen zwischen Hamas und der sogenannten Armee des Islam. Der militärische Hamas-Arm drohte zudem am Sonntag Israel mit Racheanschlägen, nachdem die Armee in Hebron ein ranghohes Hamas-Mitglied getötet hatte.

Die neue Runde der Konfrontationen zwischen Hamas und Fatah wurde von einer Serie von Bombenanschlägen im Gazastreifen am Freitag ausgelöst. Bei den Explosionen kamen sieben Menschen ums Leben, darunter fünf Hamas-Mitglieder und ein kleines Mädchen. Die Hamas, die den Gazastreifen seit mehr als einem Jahr kontrolliert, warf der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vor, hinter der Tat zu stehen und begann eine Großrazzia. Festgenommen wurde auch ein palästinensischer Kameramann des ARD-Fernsehens, der am Sonntag weiter festgehalten wurde. Nach Angaben des ARD-Büros Tel Aviv ist er allerdings kein Fatah-Mitglied.

Die Fatah streitet ab, mit den Bombenanschlägen in Verbindung zu stehen. Abbas sagte am Sonntag nach Gesprächen in Kairo, Ägypten habe sich als Vermittler zwischen Hamas und Fatah angeboten. Die Bemühungen sollten parallel zu Vermittlungsgesprächen zwischen Israel und der Hamas über eine Freilassung des vor zwei Jahren entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit weitergehen. dpa

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