Politik : Schwerer Anschlag in Israel

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Tel Aviv/Megiddo (dpa/cal). Ein palästinensischer Extremist hat am 35. Jahrestag des Sechs-Tage-Krieges einen israelischen Bus mit einer Autobombe in die Luft gesprengt. Dabei starben mindestens 16 Israelis und der Attentäter. Zu dem schwersten Anschlag auf einen Linienbus seit Beginn der Intifada vor 20 Monaten bekannte sich die radikale Gruppe Islamischer Dschihad.

Der Attentäter hatte bei Megiddo in der Nähe von Dschenin ein mit Sprengstoff beladenes Auto neben dem Bustank gesprengt, der explodierte. Die Identifikation der Opfer wurde erschwert, weil viele von ihnen durch die Explosion verstümmelt worden waren. Die meisten Toten waren Soldaten. In Jerusalem wurde ein Sprengsatz entdeckt, den Bombenexperten kontrolliert zündeten. Israelische Sicherheitsbehörden verfügen offenbar über Erkenntnisse, dass palästinensische Extremisten einen noch schwereren Anschlag planen.

Das Attentat von Megiddo wurde als Rückschlag für die Vorbereitungen auf eine regionale Nahost-Friedenskonferenz gewertet. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon verschob seine Reise in die USA und will erst am nächsten Montag mit Präsident George W. Bush zusammentreffen. Als Reaktion auf den Anschlag griff die israelische Armee Dschenin mit Hubschraubern an. Nach palästinensischen Angaben drangen Soldaten mit Panzern in die Stadt im nördlichen Westjordanland ein.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den „Terroranschlag gegen israelische Zivilisten auf das Schärfste“. Sie habe nichts von der Aktion gewusst, hieß es. Der israelische Rundfunk meldete unter Berufung auf palästinensische Sicherheitskreise, die Autonomiebehörde wolle alle Dschihad-Aktivisten festnehmen lassen.

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