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Schwerer Anschlag in Nigeria : 118 Menschen bei Bombenattentat getötet

Zwei Autobomben haben auf dem Marktplatz der zentralnigerianischen Stadt Jos mindestens 118 Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch viele Helfer von Rettungsdiensten. Die Attentäter gingen besonders hinterhältig vor.

Ein Boko-Haram-Anführer in einem Videomitschnitt
Ein Boko-Haram-Anführer in einem VideomitschnittFoto: AFP

Bei dem Bombenanschlag auf den belebten Markt der zentralnigerianischen Stadt Jos sind 118 Menschen getötet und 47 andere verletzt worden. Der Terroranschlag war nach Angaben der Behörden vom Mittwoch besonders tückisch, weil eine Bombe erst 30 Minuten nach der Explosion des ersten Sprengsatzes gezündet worden war. Zahlreiche Helfer der Rettungsdienste, die sich nach der ersten Explosion am Dienstagnachmittag um die zum Teil unter Trümmern begrabenen Opfer und Verletzten bemühten, wurden dabei in den Tod gerissen.

Zwei Sprengsätze

Eine Bombe habe sich in einem Lastwagen befunden, ein anderer Sprengsatz in einem Minibus, berichtete ein Offizier der Spezialeinsatzkräfte. Bis in die Morgenstunden suchten Rettungskräfte nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde Nema am verwüsteten Tatort nach Toten und Verletzten. Rund um den zentralen Markt der Stadt waren ein Krankenhaus, zahlreiche Läden und andere Gebäude beschädigt worden. Bis zum
Abend lagen mächtige Rauchwolken lagen über dem Ort des Geschehens. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte das Anschlag scharf. Er sprach von einem „tragischen Anschlag auf die menschliche Freiheit“. Die Regierung werde die Anstrengungen im Kampf gegen den Terror noch weiter intensivieren.

War es wieder Boko Haram?

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Als Verantwortliche wurde aber wiederum die extremistische Terrorgruppe Boko Haram vermutet. Boko Haram ist seit 2009 verantwortlich für den Tod Tausender Menschen in Nigeria. Die islamistische Organisation mit Kontakten zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern führt im muslimischen Norden Nigerias seit Jahren einen Krieg für einen islamischen Staat. Mitte April überfielen Boko-Haram-Kämpfer eine Schule in der Stadt Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno und verschleppten 276 Schülerinnen. Mehrere Mädchen konnten sich befreien, noch immer werden aber 223 von ihnen an einem unbekannten Ort festgehalten. (dpa, AFP)

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