Politik : Schwierigkeiten zwingen G8-Staaten zu verstärkter Initiative

Angesichts der Schwierigkeiten beim Aufbau ziviler Verwaltungsstrukturen im Kosovo wollen sich die Außenminister der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G 8) wieder intensiver mit der Entwicklung befassen. Bei einem Arbeitsessen am Rande der UN-Generalversammlung in New York vereinbarten sie nach Mitteilung von Bundesaußenminister Joschka Fischer am Mittwochabend die Bildung einer Arbeitsgruppe aus den Direktoren ihrer Südosteuropaabteilungen. Wie Fischer als Gastgeber des G-8-Treffens vor Journalisten berichtete, soll die Arbeitsgruppe aus Vertretern der USA, Russlands, Kanadas, Japans, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens einmal pro Woche über die Entwicklung im Kosovo und den Stand der Umsetzung der UN-Resolution über den Autonomie-Status der Provinz beraten. Dabei solle sie auch ständigen Kontakt zum UN-Übergangsverwalter Bernard Kouchner halten.

Im Kosovo wurden nach Angaben der Friedenstruppe KFOR wieder mehrere Menschen Opfer von Mordanschlägen. Wie KFOR-Sprecher Irgens am Donnerstag in der Provinz-Hauptstadt Pristina mitteilte, waren am Mittwoch nahe der Stadt Gnjilane die Leichen von zwei Serben in einem Auto entdeckt worden. Ferner seien zwei Serben festgenommen worden, die des Mordes an einem Albaner beschuldigt würden.

Zwei bei einer Minenexplosion im Kosovo am Mittwoch schwer verletzte Soldaten des deutschen KFOR-Kontingents wurden am Donnerstag in die Bundesrepublik ausgeflogen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte in Berlin mit, die beiden Männer würden in Krankenhäusern in Koblenz und Bad Zwischenahn (Niedersachsen) weiter behandelt. Die Soldaten hätten "minentypische" Verletzungen davongetragen, sagte der Sprecher, ohne jedoch weitere Einzelheiten bekannt zu geben. Lebensgefahr bestehe nicht. Die anderen drei Soldaten, die bei der Explosion leichtere Verletzungen erlitten, würden im deutschen Feldlazarett in Prizren weiter behandelt, so der Sprecher. Der schwere Zwischenfall hatte sich nach Angaben der Bundeswehr am Mittwochnachmittag in der Nähe der albanischen Grenze rund 20 Kilometer westlich von Prizren ereignet, wo die Bundeswehrsoldaten mit der Grenzsicherung beschäftigt waren. Die Verletzten waren sofort in das Feldlazarett geflogen worden.

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