Schwulenvorwurf : Oppositionsführer flüchtet in Botschaft

15 Jahre Haft drohen Homosexuellen in Malaysia. Nun ist der Oppositionsführer Anwar Ibrahim von einem jungen Mann angezeigt worden. Der Politiker fürchtet um sein Leben.

Anwar Ibrahim
Anwar Ibrahim: Immer wieder des Schwulseins "beschuldigt". -Foto: dpa

Kuala LumpurDer malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim fürchtet nach einer neuen Anzeige wegen homosexueller Übergriffe um sein Leben. Er hat in der türkischen Botschaft Zuflucht gesucht und verlangte am Montag Personenschutz für sich und seine Familie. Seine Anwälte erstatteten Anzeige wegen Falschaussage gegen den Mitarbeiter, der am Samstag mit dem Vorwurf, Anwar habe ihn sexuell missbraucht, zur Polizei gegangen war. Homosexuelle Beziehungen können in Malaysia mit 15 Jahren Haft bestraft werden.

Anwar, der nach der schweren Wahlschlappe der Regierung im März Anspruch auf das Amt des Regierungschefs erhoben hat und einen Misstrauensantrag plant, vermutet hinter der Anklage einen Komplott, um ihn politisch kaltzustellen. Einige seiner Mitarbeiter behaupten inzwischen, der 23-jährige Anzeigensteller komme aus dem Umfeld des stellvertretenden Regierungschefs Najib.

Der Oppositionsführer stand vor zehn Jahren als Stellvertreter des damaligen Regierungschefs schon einmal kurz vor der Amtsübernahme. Nach einem Streit wurde er wegen Korruption und Homosexualität angeklagt und verurteilt. Das oberste Gericht hob die zweite Anklage 2004 auf und er wurde nach sechs Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. (mpr/dpa)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben