Politik : Sechs Deutsche sterben bei Überfall in Kairo

Reisebus vor Ägyptischem Museum angegriffen KAIRO/BONN (rtr/AFP).Bei einem der bislang blutigsten Anschläge mutmaßlicher islamischer Extremisten in Ägypten sind am Donnerstag in Kairo zehn Menschen getötet worden.Unter ihnen sind nach letzten Angaben des Auswärtigen Amts in Bonnn sechs Deutsche. Die Urlauber befanden sich nach Augenzeugenberichten vor dem Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz im Herzen der ägyptischen Metropole, als ihr Bus mit Benzin-Bomben angegriffen und in Brand gesetzt wurde. Nach dem Überfall, bei dem weitere neun Menschen verletzt wurden, lieferten sich Täter und Sicherheitskräfte Feuergefechte.Dabei wurde ein zweiter Urlauberbus von zahlreichen Kugeln getroffen.Die Staatsangehörigkeit der übrigen Opfer blieb zunächst unklar.Aus Sicherheitskreisen verlautete, alle Opfer des Anschlags seien in dem Bus umgekommen.Die Polizei nahm nach dem Anschlag drei Personen fest.Nach weiteren Attentätern wurde eine Fahndung eingeleitet.Sicherheitskräfte riegelten die Umgebung des Tatorts unmittelbar nach dem Überfall weiträumig ab. Sicherheitskräfte vermuteten, daß die Täter zu radikalen islamischen Gruppen gehören, die seit 1992 versuchen, die Regierung zu stürzen und einen Gottesstaat in Ägypten zu errichten.Zunächst bekannte sich aber keine Gruppe zu der Tat.Es war der erste große Anschlag in Kairo seit 18 Monaten.Im April 1996 hatten mutmaßliche Moslem- Extremisten vor einem Hotel 18 griechische Touristen erschossen und 14 weitere verletzt.In Ägypten operieren vor allem zwei große radikalislamische Gruppen, die "Gamaa Islamija" (Islamische Gruppe) und "Jihad" (Heiliger Krieg).Während die Islamische Gruppe in der Vergangenheit vor allem durch Anschläge auf Touristen, christliche Ägypter und Polizisten auf sich aufmerksam gemacht hatte, galten Attentate des Jihad bislang vor allem Politikern und Angehörigen der Sicherheitskräfte. Im Bonner Auswärtigen Amt ist am Donnerstag ein Sonderstab gebildet worden, der Kontakt zu den Familien der deutschen Opfer des Anschlags in Kairo halten will.Das Auswärtige Amt verschärft zudem auch seine Sicherheitshinweise für Reisen nach Ägypten. Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.Der Terroranschlag in Kairo mache erneut deutlich, daß man terroristischen und von Fanatismus geblendeten Gruppen mit aller Entschiedenheit entgegentreten müsse.

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