Politik : Sechs Forderungen an Irak

Blair will Saddam testen / Thierse: Neue deutsche Verpflichtung

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New York/London/Berlin (dpa/cas). Nach dem Scheitern von zwei Vorschlägen für eine neue IrakResolution hofft Großbritannien jetzt, mit einem Forderungskatalog und mehr Zeit für Bagdad die nötigen Stimmen im Weltsicherheitsrat zu gewinnen. Eine der sechs Forderungen an Saddam Hussein wäre, im Fernsehen seines Landes zu erklären, dass er Massenvernichtungswaffen versteckt hat und zu ihrer Aufgabe bereit ist. „Wir arbeiten daran, dem Irak eine klare Liste von Tests vorzulegen“, bestätigte Premierminister Tony Blair am Mittwoch. Die spanische Außenministerin Ana Palacio sagte, ihr Land, die USA und Großbritannien erwägten, ihre jetzige Resolution zurückzuziehen. Washington hat nach Auskunft westlicher Diplomaten durchblicken lassen, dass es bereit sei, dem Irak weitere sieben bis zehn Tage zu geben.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte im Interview mit dem Tagesspiegel, das deutsche Nein sei ein wesentlicher Beitrag zur kritischen Haltung anderer Länder. Bedingungslose Gefolgschaft gegenüber den USA halte er „nicht unbedingt für das allein selig Machende“. Der Widerspruch sei ein Einschnitt gegenüber den USA. Thierse betonte, Deutschland habe „eine neue Verpflichtung“, sich auf der internationalen Bühne zu engagieren. Europa könne durchaus selbstbewusst Politik machen.

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