Politik : Seehofer: Duell ist kein Weltuntergang

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Berlin/München - Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer schreckt nicht vor einem Duell mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber um den CSU-Vorsitz zurück. „Ich kandidiere“, stellte Seehofer am Mittwoch im ZDF klar. Es sei „völlig normal und kein Weltuntergang, dass ein Parteitag zwischen mehreren Namen auswählen kann“. Die Veröffentlichungen über sein Privatleben seien „betrüblich“, aber „ohne Zweifel wohl politisch so gewollt gewesen“, sagte er. Er werde aber nicht nachrecherchieren, wer die Informationen verbreitet habe. Im Übrigen beschwere er sich „mit keinem Satz“ über die Veröffentlichungen, in denen von einer Geliebten Seehofers die Rede war. Als Person des öffentlichen Lebens müsse man „mit solchen Dingen leben“. Vorgehen würde er dagegen nur, wenn Unwahrheiten verbreitet würden, sagte Seehofer.

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, Kritikerin von Noch-Partei- und Regierungschef Edmund Stoiber, bekräftigte ihren Anspruch auf das Amt eines der vier Vizeparteichefs. Es gehe dabei nicht um ihre Person, sondern darum, einer Gruppe in der CSU Gehör zu verschaffen, die sich für eine Erneuerung der Partei einsetze, sagte sie in Zirndorf. Dazu gehöre beispielsweise die Verankerung eines neuen Familienbildes, aber auch eine Diskussionskultur, die eine kritische innerparteiliche Auseinandersetzung erlaube.

In der Parteiführung gibt es Widerstand gegen einen Aufstieg der Fürther Landrätin zur Vizeparteichefin. „Ich finde, parteischädigendes Verhalten darf nicht auch noch durch einen Spitzenplatz im Präsidium belohnt werden“, sagte CSU-Vorstandsmitglied Dorothee Bär und betonte: „Das wäre ein falsches Signal.“ Pauli habe bisher die Möglichkeit zur konstruktiven Mitarbeit im CSU-Vorstand nicht genutzt. Auch andere CSU- Vorstandsmitglieder lehnten einen Aufstieg Paulis ab, wollten aber nicht namentlich zitiert werden. raw/ddp/dpa

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